Konsumgüterkonzern spürt seit Jahresbeginn Erholung
Henkel prophezeit deutlich mehr Gewinn

Der Henkel-Konzern konnte im schwachen Jahr 2001 nur durch den Verkauf von Beteiligungen sein Ergebnis verbessern.

agr DÜSSELDORF. Der Markenartikelkonzern Henkel KGaA, Düsseldorf, blickt optimistisch in das laufende Geschäftsjahr. Zwar werde das erste Halbjahr wegen der schwachen Konjunktur schwierig bleiben, sagte Henkel-Chef Ulrich Lehner. Doch erwarte er, dass der Umsatz nach dem Verkauf der Chemietochter Cognis und der Henkel-Ecolab auf über 10 Mrd. Euro steigen und das betriebliche Ergebnis (Ebit) um gut 10 % zunehmen werden. "Das Jahr hat sich gut angelassen. Wir haben in allen Bereichen über den Vorjahreswerten gelegen", kommentierte Lehner den Geschäftsverlauf im Januar und Februar. An der Frankfurter Börse wurde diese Nachricht positiv aufgenommen. Die Henkel-Aktie gehörte dort gestern zu den Gewinnern.

Allerdings ist die Nettogewinnerwartung für 2002 eher verhalten. "Der Jahresüberschuss wird 2002 unter dem im Vorjahr erzielten Gewinn liegen", sagte Lehner. Das verbesserte Finanzergebnis könne den Wegfall des betrieblichen Ergebnisses aus den verkauften Geschäften nicht kompensieren.

Henkel baut 3 000 Arbeitsplätze ab und schließt Standorte

Lehner hat bereits ein Programm zur Kostensenkung auf den Weg gebracht: Henkel will weltweit 3 000 Arbeitsplätze abbauen und 19 der 213 Standorte schließen. Bis auf einen großen Standort in Belgien soll es sich überwiegend um kleinere Werke handeln. Das Programm kostet 327 Mill. Euro und soll ab 2003 zu jährlichen Einsparungen von 130 Mill. Euro führen.

Im Jahr 2001 ist Henkel im Industriegeschäft (Technologies) und in der Oberflächentechnik von der konjunkturellen Flaute hart getroffen worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gab bereinigt um Sondereinflüsse um 6,8 % auf 885 Mill. Euro und der Jahresüberschuss um 5,7 % auf 476 Mill. Euro nach. Bei den im Konzern verbliebenen Geschäften ist das Ebit um 4,4 % auf 602 Mill. Euro gesunken.

Damit verfehlte Henkel die Erwartungen der Analysten, die die konjunkturellen Aussichten skeptischer beurteilen als das Unternehmen. Michael Vara von der Commerzbank befürchtet, dass der Konkurrenzkampf auch bei Waschmitteln und Kosmetik härter werden könnte. Oliver Lückenbach von der Dresdner Bank rechnet nur mit einem verhaltenen Wachstum der Konsumgütersparte.

Einschließlich der Verkaufserlöse für Cognis und Henkel-Ecolab und nach Abzug der Restrukturierungskosten kletterte das Ebit von Henkel um 27,4 % auf 1,2 Mrd. Euro und der Gewinn um 7,1 % auf 541 Mill. Euro. Daher werden die Aktionäre eine Dividende auf Vorjahresniveau von 1,06 Euro je Stammaktie und 1,12 Euro je Vorzugsaktie erhalten.

Investitionen in Haarpflegemittel

Während Henkel bei Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in der Kosmetik bei Umsatz und Ergebnis zugelegt hat, verzeichneten die Sparten Klebstoffe und Technologies einen kräftigen Ergebnisrückgang. Bei den Klebstoffen will sich Henkel daher auf weniger, aber dafür international starke Marken konzentrieren. Zur regionalen Verstärkung oder zur Schließung von Lücken im Angebot schließt der Konzern Firmenübernahmen nicht aus.

Schwerpunkt bei der geplanten Kostensenkung ist allerdings der Bereich Technologies, in dem alle Geschäfte mit Kunden aus der Industrie zusammengefasst sind. Lehner stellte eine deutliche Ergebnisverbesserung in Aussicht.

Henkel denke nicht an eine Übernahme des Kosmetikkonzerns Beiersdorf, sagte Finanzchef Jochen Krautter. Die Übernahme käme Henkel trotz gut gefüllter Kasse zu teuer. Außerdem wolle sich Henkel eher im Bereich der Haarkosmetik verstärken. Der Preis für Beiersdorf dürfte im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Krautter bezifferte die Henkel-Kasse auf 7 Mrd. Euro. Ohne die Reserven anzugreifen, seien es 2,5 Mrd. Euro. Die Darmstädter Wella AG "würde passen", meinte Krautter, stehe aber nicht zur Verfügung. Es gebe aber noch viele kleinere Kandidaten, auch im Ausland.

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