Konsumklima-Indikator für März
Deutsche Verbraucher weiter sehr verunsichert

Die deutschen Verbraucher sind wegen der Irak-Krise und der steigenden Arbeitslosigkeit weiter stark verunsichert. Der Konsumklima-Indikator für März sei auf 3,8 von 3,9 Punkten im Februar gesunken, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag mit.

Reuters NÜRNBERG. Die Befragten schätzten die Wirtschaftsaussichten im Februar zwar nicht mehr ganz so pessimistisch ein, doch die Konjunkturerwartungen lägen weiter auf Rezessionsniveau. Der wegen Steuer- und Abgabenerhöhungen zu Jahresbeginn erwartete Einbruch der Einkommenserwartungen sei ausgeblieben, auch wenn die Bürger ihre zukünftige finanzielle Lage erneut skeptischer beurteilten. "Bei der Kauflust scheint dagegen ein erstes zartes Licht am Ende des Tunnels sichtbar zu werden", kommentierte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl den dritten Anstieg der Bereitschaft zum Kauf langlebiger Produkte in Folge.

Die GfK berechnet im Auftrag der EU-Kommission aus einer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern jeweils das Konsumklima für den Folgemonat. Positive Werte signalisieren einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, negative Werte einen Rückgang des realen privaten Konsums, auf den in Deutschland knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Steigende Arbeitslosenzahlen und die pessimistischen Wachstumsprognosen lasteten Bürkl zufolge weiter auf der Stimmung der Konsumenten. Die Konjunkturerwartungen stiegen zwar im Februar auf minus 25,9 (Januar minus 29,2) Zähler, doch der Trend des Indikators sei weiter abwärts gerichtet. "Noch immer zeigt die Konjunkturstimmung ein Niveau, das zuletzt auch in der Rezession des Jahres 1993 gemessen wurde", erläuterte Bürkl. Nach Ansicht von Experten hat die Rezessionsgefahr in Deutschland nach der am Mittwoch gemeldeten Stagnation des BIP zum Jahresende 2002 abgenommen. Viele Volkswirte bewerten aber die Wachstumschancen skeptischer als die Bundesregierung, deren Prognose bei einem Prozent für 2003 liegt.

Der GfK zufolge macht die Februar-Umfrage allerdings Hoffnung, dass die Kauflust der Deutschen zurückkehren könnte. Mit dem Anstieg um 0,6 auf minus 30,6 Punkte konnte die Anschaffungsneigung bereits zum dritten Mal in Folge zulegen. Die GfK vermutet, dass die Rabattaktionen des Handels inzwischen Wirkung bei den Käufern gezeigt haben. Der "Konsumfrühling" sei damit aber nicht ausgebrochen, warnte Bürkl. Noch sei das Niveau ausgesprochen niedrig. Mit ihrer Sparsamkeit hatten die Verbraucher im vergangenen Jahr Händlern, Gastronomen und der Reisebranche schwere Umsatzeinbußen beschert.

Der wegen der gestiegenen Sozialversicherungsbeiträgen befürchtete Einbruch der Einkommenserwartungen ist im Februar der GfK zufolge ausgeblieben. Der Indikator sank lediglich um weitere 1,5 auf minus 20,9 Punkte. Offenbar hätten die Konsumenten schon im Herbst vergangenen Jahres die sich abzeichnenden Mehrausgaben bedacht, sagte Bürkl.

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