Konsumschwäche und Exportabhängigkeit sind Wachstumsrisiken
Koreas Wirtschaft am Wendepunkt

kte DÜSSELDORF. Das Wirtschaftswachstum im einstigen Krisenland Südkorea schwächt sich nach einem Boomjahr wieder deutlich ab. Nach 10,9 % Zuwachs 1999 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Gesamtjahr 2000 nur noch um 8,8 %. Wie die Bank of Korea gestern mitteilte, ist dieser Rückgang vor allem auf einen scharfen Wachstumseinbruch auf plus 4,6 % im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Ursache hierfür ist eine Schwäche des Privatkonsums, der im letzten Quartal lediglich um 3,2 % zulegen konnte.

Getragen wurde das Wachstum in Korea von der Verarbeitenden Industrie, vor allem den Herstellern von Halbleitern, PC, und Kommunikationsausrüstung, die ihre Produktion um 15,4 % (1999: 21 %) ausweiten konnten. Allerdings ging das Wachstum auch hier im vierten Quartal auf 6,5 % markant zurück. Eine weitere Stütze der Konjunktur war der Servicesektor, der dank der boomenden IT-Branche um 9 (11,9) % zum Vorjahr expandierte.

Auch die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen 2000 erneut kräftig um 24,2 % nach einem Plus von 18,7 % im Vorjahr. Wegen der starken Abhängigkeit vom Export und der schwächelnden Weltmärkte befürchten Ökonomen jedoch eine deutliche Abkühlung der südkoreanischen Konjunktur. Für das laufende Jahr erwartet die Bank of Korea nur noch ein BIP-Wachstum von 5,3 %. Andere Institute wie die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) sind noch skeptischer. Die Bank der Asiaten revidierte ihre Prognose für 2001 erst am Montag von 6 auf 3,9 %. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit höchstens 3 bis 4 % Wachstum.

Sorgenkind bleibt die Bauindustrie die im Jahr 2000 weiter um 3,7 %schrumpfte nach einem Einbruch im Vorjahr von bereits 9,1 %. Die Investitionen der Unternehmen-im Vorjahr noch eine der treibenden Kraft der Konjunktur mit einem Plus von 11 % - gingen im vierten Quartal bereits stark zurück. Auch der private Konsum, der im Gesamtjahr noch um 7,1 (11) % zulegte, dürfte sich angesichts der unsicheren Wirtschaftsperspektiven weiter abschwächen.

Zukunftsängste und Kaufzurückhaltung sind bei den Koreanern vor allem durch die unsichere Arbeitsmarktlage bedingt. Im Februar ist die Arbeitslosigkeit im vierten Monat in Folge gestiegen und hat erstmals seit einem Jahr wieder die 1-Millionen-Schwelle überschritten. Saisonbereinigt kletterte die Quote laut Nationalem Statistikamt auf 4,2 % -nach OECD-Standards sogar auf 5,0 %. Und der eigentliche Umbau der südkoreanischen Unternehmen steht noch bevor.

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