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Konsumstimmung erneut eingetrübt - Konsum als Stütze 'abschreiben'

Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im August den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Die Konsumstimmung bleibe "uneinheitlich und unsicher", teilte die Marktforschungsgruppe GfK am Freitag in Nürnberg mit. Angesichts dieser Entwicklung seien 2004 "keine Impulse durch den privaten Konsum" für den Konjunkturaufschwung zu erwarten.

dpa-afx NÜRNBERG. Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im August den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Die Konsumstimmung bleibe "uneinheitlich und unsicher", teilte die Marktforschungsgruppe GfK am Freitag in Nürnberg mit. Angesichts dieser Entwicklung seien 2004 "keine Impulse durch den privaten Konsum" für den Konjunkturaufschwung zu erwarten.

Zwar seien nicht erneut alle Indikatoren auf Talfahrt gegangen. Doch die leichte Aufhellung der Konjunkturerwartung und der Anschaffungsneigung habe den Verlust im Vormonat nicht vollständig ausgeglichen. Für September werde der Indikator Konsumklima bei 2,0 Punkten nach revidiert 3,0 Punkten im Vormonat erwartet.

'Konsum Muss Abgeschrieben Werden'

"Der Konsum als Stütze der Volkswirtschaft muss 2004 abgeschrieben werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der GfK , Klaus Wübbenhorst, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit der neuerlichen Stimmungseintrübung im August "bleibt nur die Hoffnung auf 2005". Der Exportboom habe bisher nicht auf die Binnenwirtschaft in Deutschland übergegriffen.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass im nächsten Monat eine Stimmungsaufhellung verzeichnet wird, ist nicht sehr hoch", sagte Wübbenhorst. Kurzfristig sei keine Stimmungsaufhellung zu erwarten. Die grundlegenden Faktoren seien insgesamt zu schlecht, um die Hoffung auf einen Umschwung zu wecken, sagte Wübbenhorst. Die anhaltende Arbeitsmarktmisere sowie die Diskussion um die Arbeitsmarktreform Hartz IV seien "kein stimmungsbelebender Cocktail".

Konjunkturerwartungen Etwas Erholt

Im August haben sich die Konjunkturerwartungen etwas erholt. Der Indikator legte um 2,1 auf minus 18,4 Punkte zu. Dadurch seien die Verluste des Vormonats aber bei weitem nicht ausgeglichen worden. Die gute Exportentwicklung spiele in der Einschätzung der Konsumenten offensichtlich eine "eher untergeordnete Rolle", solange sie keine durchgreifende Besserung der Arbeitsmarktlage sehen.

Die Einkommenserwartung sank den zweiten Monat in Folge. Der Index ging um 5,5 auf minus 19,5 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit März 2003. Die negative Entwicklung sei fast ausschließlich auf die gedrückte Stimmung in den neuen Bundesländern zurückzuführen. In den alten Bundesländern sei die Einkommenserwartung hingegen nahezu konstant geblieben. Hartz IV drücke die Stimmung angesichts des höheren Anteils von Langzeitarbeitslosen im Osten besonders stark.

Zweiteilung DER Republik IN Zwei Stimmungslager

Auch die Anschaffungsneigung mache die Zweiteilung der Stimmungslager in Deutschland deutlich. So habe sich der Indikator im Osten im August erneut eingetrübt, während die Anschaffungsneigung im Westen deutlich an Schwung gewonnen habe. Der Gesamtindex verbesserte sich um fast zehn auf minus 27,8 Punkte. "Alles spricht dafür, dass die Republik sich derzeit in zwei Stimmungslager teilt." Die GfK befragt jeden Monat rund 2 000 Personen.

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