Konsumzurückhaltung in Deutschland
Henkel-Gewinne sollen schäumen

Europas führender Konsumgüterkonzern Henkel will im Jahr 2003 trotz des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes den Jahresüberschuss deutlich steigern.

dpa/rtr DÜSSELDORF. Für das Ergebnis je Aktie strebe die Henkel-Gruppe eine Verbesserung von knapp zehn Prozent an, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Dies solle unter anderem durch weitere Einsparungen erreicht werden, sagte ein Sprecher. Im Jahr 2002 seien bereits Kosten von 65 Millionen Euro eingespart worden. Das vor anderthalb Jahren eingeleitete Kostensenkungsprogramm sei weitgehend abgeschlossen. Von 134 Projekten wurden bis Ende des vergangenen Jahres 130 vollendet. Im vergangenen Jahr wurde ein Ergebnis je Vorzugsaktie von 3,06 (2001: 3,05) Euro erzielt. Der Jahresüberschuss sank auf 431 Millionen Euro von zuvor 476 Millionen Euro. In dem Vorjahreswert sei allerdings die abgegebene Chemietochter Cognis enthalten.

Henkel erwarte keine wesentliche Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hieß es im Geschäftsbericht. "In Deutschland gehen wir bedingt durch steigende Arbeitslosigkeit und Abgabenerhöhungen weiterhin von einer Konsumzurückhaltung aus." Dennoch plane die Gruppe, ein um Wechselkurseffekte und Zukäufe bereinigtes Umsatzwachstum von rund vier Prozent sowie eine Steigerung des betrieblichen Ergebnisses im hohen einstelligen Prozentbereich, bekräftigte der Konzern seine Ende Januar für 2003 genannten Ziele.

Kein Kommentar zu Wella-Übernahme-Gerüchten

Zu den Gerüchten, der Düsseldorfer Konzern wolle den Darmstädter Haarpflegespezialist Wella übernehmen, machte Konzernchef Ulrich Lehner keinen Kommentar. Henkel ist mit seiner Tochter Schwarzkopf bereits im Haargeschäft aktiv. Im Unterschied zu den anderen Sparten des Konzerns belegt Henkel im weltweiten Vergleich bei der Kosmetik bisher keine Spitzenposition. Durch den Verkauf der Chemietochter Cognis Ende 2001 verfügt Henkel früheren Angaben zufolge über einen Finanzierungsspielraum für übernahmen von rund 7 Milliarden Euro.

Im Geschäftsjahr 2002 steigerte der Konzern das Betriebsergebnis (Ebit) um 10,6 Prozent auf 666 Millionen Euro und den Umsatz bereinigt um 4,5 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Allerdings bekam das Traditionsunternehmen in Deutschland die Kaufzurückhaltung der Verbraucher und den Trend zu Billigprodukten im Einzelhandel zu spüren. Auf dem Heimatmarkt ging der Umsatz 2002 um 2,2 Prozent zurück. Gleichzeitig hätten aber auch starke Marken gewonnen. Das betriebliche Ergebnis legte 2002 um 10,6 Prozent auf 666 Millionen Euro zu.

Persil war erneut größter Wachstumsträger der Waschmittelsparte. Zusammen mit der französischen Schwestermarke Le Chat erzielte Persil mehr als ein Drittel des Umsatzes bei den Universal-Waschmitteln. Die Waschmittel-Sparte erzielte 2002 eine Steigerung des Ergebnisses um 10,1 Prozent und des Umsatzes um 2,2 Prozent. In der Kosmetiksparte nahm das Ergebnis um 10,8 Prozent und der Umsatz um 3,5 Prozent zu. Besonders gut liefen wieder die Haar-Colorationen. Fa-Duschbäder bekamen in Deutschland Gegenwind durch No-Name-Produkte im Handel.

Die Klebstoff-Sparte wuchs trotz der anhaltenden Schwierigkeiten der Baubranche. Das Ergebnis wurde um 11,5 Prozent und der Umsatz um 3,9 Prozent verbessert. Besonders gut liefen die Klebebänder. Einen Gewinnsprung machte die Industriesparte mit einem Ergebnisplus von 33,7 Prozent. Diese Sparte hatte in den vergangenen beiden Jahren Rückgänge durch den Abschwung in der Auto- und Elektronikindustrie verzeichnet. Der Umsatz stieg bereinigt leicht um 1,6 Prozent.

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