Kontaktabbruch von rund 24 Stunden
Nach Funkstille wieder Kontakt zur "Mir"

rtr MOSKAU. Nach einem Kontaktabbruch von rund 24 Stunden hat die russische Bodenkontrolle eigenen Angaben zufolge am Dienstag den Funkkontakt zur russischen Raumstation "Mir" wieder hergestellt. Erst nach Auswertung der Daten könne die Ursache für die Störung mitgeteilt werden, sagte ein Mitarbeiter der Bodenkontrolle. Der Kontakt mit der zur Zeit unbemannten Station war am Montag um 13.00 Uhr MEZ abgebrochen und danach nur einmal für wenige Minuten wieder hergestellt worden. Der Chef der Kontrollstation, Wladimir Solowjow, schloß einen vorzeitigen Absturz der "Mir" aus. Die russische Raumfahrtbehörde plant, die 15 Jahre alte Station im kommenden Jahr kontrolliert abstürzen zu lassen.

Die Bodenkontrolle hatte nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag bereits erwogen, eine Rettungsmannschaft zur "Mir" zu schicken, sollte der Kontakt nicht wieder hergestellt werden können. Zwei Astronauten, die zurzeit auf Routinetraining seien, könnten kurzfristig zu einer solchen Aktion losgeschickt werden, hieß es. Dann kam am Nachmittag jedoch die Mitteilung, die Bodenstation habe die Verbindung zu der Station wieder bekommen. Experten müssten nun zunächst die übermittelten Computer-Daten auswerten, um der Störung auf den Grund zu kommen.

Schwerwiegender Zwischenfall

Der Chef der Kontrollstation, Solowjow, sagte später, es bestehe keine Gefahr, dass die 130 Tonnen schwere "Mir" unkontrolliert auf die Erde stürzen könnte. Er räumte aber ein, dass der Abbruch der Kommunikation einen der schwerwiegendsten Zwischenfälle darstelle, die es mit der "Mir" bisher gab

Russland will die lange schon als veraltet geltende "Mir" bisherigen Planungen zufolge zwischen dem 26. und 28. Februar über dem Pazifik vor Australien kontrolliert zum Absturz bringen. Ein Großteil der "Mir" soll dabei beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen, der Rest soll im Pazifik versinken. Experten rechnen damit, dass die Bruchstücke der Station beim Absturz auf einer Fläche niedergehen könnten, die 10 000 Kilometer lang und 200 Kilometer breit ist.

Investitionen in internationale Raumstation ISS

Die als veraltet geltende "Mir" befindet sich seit Februar 1986 im All, drei Mal länger als von ihren Entwicklern geplant. In den vergangenen Jahren hatte es auf der Station mehrere Störfälle gegeben, unter anderem einen Brand und einen Zusammenstoß mit einem Versorgungs-Raumschiff. Russland hatte in diesem Jahr beschlossen, statt in den Erhalt einer eigenen Raumstation in den Aufbau der internationalen Raumstation ISS zu investieren.

Am Dienstag gelang es unterdessen den Astronauten der Internationalen Raumstation, einen "Progress"-Raumtransporter an die ISS anzudocken. Juri Gidsenko habe das Andock-Manöver per Hand steuern müssen, weil es Probleme mit dem automatischen Steuerungssystem gegeben habe, meldete die russische Nachrichtenagentur Ria.

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