"Kontakte sind abgebrochen"
Bin Laden nicht länger unter Schutz der Taliban

Der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden steht nach den Worten des Taliban-Sprechers Syed Tajad Agha nicht länger unter dem Schutz der radikalislamischen Miliz. Alle Kontakte zu bin Laden seien abgebrochen, sagte er am Mittwoch in Spin Boldak.

dpa/afp LONDON/SPIN BOLDAK. "Wir haben keine Ahnung, wo er sich aufhält", betonte Agha. Die Taliban kontrollieren nur noch einen Bruchteil des afghanischen Staatsgebiets, nachdem die oppositionelle Nordallianz große Gebiete erorbert hatte. Bislang hatten die Milizen bin Laden stets als ihren "Gast" bezeichnet.

Die USA und ihre Verbündeten haben Osama bin Ladens Terrornetz El Kaida nach den Worten des britischen Außenministers Jack Straw "großenteils zerschlagen". Was noch von der Organisation übrig sei, befinde sich auf der Flucht, sagte Straw am Mittwoch in London.

Der Labour-Politiker spielte Berichte über Meinungsverschiedenheiten mit der US-Regierung über die künftige Strategie in Afghanistan herunter. Die britische Entwicklungshilfe- Ministerin Clare Short hatte den USA vorgeworfen, die Hilfsanstrengungen für Afghanistan nicht ernst zu nehmen.

Straw sagte dagegen, Präsident George Bush sei genauso wie die britische Regierung davon überzeugt, dass die Militäraktionen von politischen Bemühungen und humanitärer Hilfe begleitet werden müssten. Er kündigte an, dass er am Mittwochabend zu einer Reise nach Iran und Pakistan aufbrechen werde.

Short hatte gesagt, die US-Regierung scheine nicht die vorherrschende Ansicht zu teilen, dass die große Armut in vielen Teilen der Welt bekämpft werden müsse, um neuen Terroranschlägen vorzubeugen. Die Hilfsleistungen für Afghanistan würden durch "Kommunikationsprobleme" beim US-Militär behindert. "Die einzige Weltmacht dreht dem Rest der Welt fast den Rücken zu", sagte sie. Britische Zeitungen hatten zuvor berichtet, der britische Premierminister Tony Blair wolle große Truppenkontingente nach Afghanistan schicken, um eine Diktatur der Nordallianz oder einen Zustand der Anarchie zu verhindern. Bush sei aber dagegen, weil er ein "zweites Vietnam" fürchte.

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