Kontinent will sich mit neuer Organisationsform besser behaupten
Letzter OAU-Gipfel läutet Start der Afrikanischen Union ein

Mit der Eröffnung eines historischen Gipfeltreffens hat die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) am Montag in der sambischen Hauptstadt Lusaka ihr Ende eingeläutet. Nach dem Willen der 53 Mitgliedsstaaten soll die OAU 38 Jahre nach ihrer Gründung von einer Afrikanischen Union (AU) abgelöst werden. Dabei konkurrieren zwei unterschiedliche Aufbaupläne.

dpa NAIROBI/LUSAKA. Afrikanische Führer müssten noch "immense Hindernisse überwinden, um einen Kontinent aufzubauen, der durch Frieden, Zusammenarbeit, wirtschaftlichen Fortschritt und der Regierung durch das Gesetz charakterisiert ist", sagte Uno-Generalsekretär Kofi Annan zum Auftakt des 37. OAU-Gipfels.

Afrika müsse andere Pfade als in der Vergangenheit einschlagen, mahnte Annan die rund 50 anwesenden afrikanischen Staatschefs. Die Afrikanische Union dürfe nicht "die Fortführung der OAU unter einem anderen Namen sein", sagte OAU-Sprecher Desmond Orjiako. Das neue Staatengebilde nach dem Vorbild der Europäischen Union (EU) soll den mehr als 700 Millionen Menschen auf dem Kontinent ein dynamischeres Modell der Zusammenarbeit bieten als es die OAU tat. Geistiger Pate der Union ist der libysche Revolutionsführer Muammar Al-Gaddafi. Er spendete bereits eine Million US-Dollar für den Umformungsprozess.

Afrika soll mit einer Art Marshallplan zur Aufholjagd ansetzen

Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfels, an dem erstmals seit dem Staatenzerfall in Somalia vor zehn Jahren wieder Vertreter von dessen Übergangsregierung teilnehmen, soll die Harmonisierung zweier konkurrierender Pläne für eine Neuausrichtung Afrikas stehen: dem vor allem wirtschaftlich orientierten Omega-Plan Senegals sowie dem weitreichenderen Millenniums-Plan, der von Algerien, Südafrika und Nigeria präsentiert wurde. Beide sehen eine Aufbauhilfe vor, die Beobachter mit der Marshallplan-Hilfe der USA für Nachkriegs-Europa vergleichen. Mit der Abwicklung der OAU muss auch ein Nachfolger des OAU-Generalsekretärs Salim Ahmed Salim als Vorsitzender der neuen Union gewählt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gipfels ist die Bewältigung der zahlreichen Konflikte in Afrika, allen voran der Bürgerkrieg in Kongo, die Dauerkonflikte in Angola und im Südsudan sowie die sich verschlechternde humanitäre Situation in Burundi. Zum Auftakt der Konferenz kündigte der Friedensvermittler für das vom ethnischen Konflikt heimgesuchte Land, der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, einen Durchbruch für die Friedensverhandlungen an. Einzelheiten versprach er der Presse in Lusaka für den (morgigen) Dienstag, an dem auch ein Treffen der 19 rivalisierenden Konfliktparteien Burundis geplant ist.

Am Vorabend des Gipfels hatten einige afrikanische Staaten eine Resolution eingereicht, in der sie sich hinter die Landreform-Pläne des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe stellen. Südafrika, Nigeria, Algerien, Kamerun, Kenia und Sambia klagen darin die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien an, Simbabwe in die Isolation zu führen.

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