Kontrolle des Internets
Vietnamese wegen Internet-Texten zu 13 Jahren Haft verurteilt

In Vietnam ist ein Mann unter anderem wegen der Veröffentlichung regierungskritischer und demokratietheoretischer Texte im Internet zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Reuters HANOI. Pham Hong Son sei der Spionage für schuldig befunden worden, teilte das Gericht in Hanoi am Mittwoch mit. Über die Haftzeit hinaus seien ihm drei Jahre Hausarrest auferlegt worden. Menschenrechtler werteten den Prozess als Anzeichen für die Bemühungen der Regierung, das Internet stärker zu kontrollieren. Diplomaten und ausländischen Journalisten wurde der Zutritt zum scharf bewachten Gerichtsgebäude verwehrt.

In der Anklageschrift wurde Son nach Angaben der Menschenrechtorganisation Human Rights Watch unter anderem vorgeworfen, einen auf der Internetseite des US-Außenministeriums veröffentlichten Artikel mit dem Titel "Was ist Demokratie?" ins Vietnamesische übersetzt und den Text ins Internet gestellt zu haben. Zudem habe er "politische Opportunisten" in Vietnam und im Ausland angerufen und per E-Mail kontaktiert. Der Verurteilte arbeitete bei einem ausländischen Pharmaunternehmen.

Ein westlicher Diplomat sprach von einem ungewöhnlich harten Urteil. Im vergangenen Jahr waren zwei Vietnamesen wegen der Veröffentlichung regierungskritischer Texte im Internet inhaftiert worden. Die vietnamesische Regierung hat in der Vergangenheit die Kontrolle über Internetcafes und den Zugang zu Satellitenfernsehen verschärft. Schätzungen zufolge nutzen etwa eine Million der 80 Millionen Vietnamesen das Internet.

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