Kontrollen in Norddeutschland
Tierseuche versetzt Deutschland in Alarmbereitschaft

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien haben auch deutsche Bauern Angst vor einem Übergreifen der Tierkrankheit. Die Auswirkungen der Seuche könnten die Folgen der BSE-Krise in den Schatten stellen.

dpa BERLIN/LONDON. Vor allem die Behörden in den nördlichen Bundesländern stellen sich auf ein mögliches Übergreifen der Tierseuche ein. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnte vor der Mitnahme von Reiseproviant aus Großbritannien. DBV-Generalsekretär Helmut Born sagte am Freitag im ZDF-Morgenmagazin, Reisende aus Großbritannien sollten weder Fleisch-, Wurst- noch Käseprodukte mitbringen. Das Virus sei sehr aggressiv und sogar durch die Luft übertragbar.

Nach Angaben eines britischen Experten könnte ein weggeworfenes Wurstbrot eines Touristen aus dem Nahen Osten die Seuche in Großbritannien ausgelöst haben. Dies sei aber nur eine Möglichkeit von vielen, sagte Paul Kitching vom britischen Institut für Tierkrankheiten. Das besonders hartnäckige Virus vom Typ O ist nach Angaben der britischen Veterinärbehörde bereits in Japan, Korea, der Mongolei und Russland aufgetaucht. In England wurden bis Freitagmittag insgesamt fünf Fälle der Tierkrankheit bestätigt.

In Mecklenburg-Vorpommern überprüfen Veterinäre alle Tierlieferungen der vergangenen drei Wochen aus Großbritannien. Bislang hätten die Mediziner keinen Fall der Seuche festgestellt, sagte ein Sprecher des Schweriner Landwirtschaftsministeriums. Da es sich bei der Krankheit um eine der gefährlichsten Tierseuchen überhaupt handele, sei man dennoch auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet, betonte der Sprecher.

Nach den Worten von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) würde ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche die Folgen der BSE-Krise in den Schatten stellen. Auf den Menschen ist die Seuche nicht übertragbar. Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium verschärfte die Kontrollen ebenfalls.

In Niedersachsen wurden die unteren Veterinärbehörden angewiesen, bis zum Nachmittag die Alarmbereitschaft ihrer Krisenzentren zu melden, wie Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) am Freitag im Landtag in Hannover sagte. Nach seinen Angaben kamen in den vergangenen acht Wochen mehr als 2 800 Zucht- und Masttiere aus Großbritannien nach Niedersachsen. Alle Tiere würden überprüft. Außerdem seien 132 Tonnen britsches Fleisch in Zerlegebetriebe gekommen. Das Fleisch sei festgehalten worden.

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