Kontrollen werden nochmals verschärft
Weltverband warnt vor Tour-Start vor neuen Doping-Produkten

Vier Tage vor dem Start der 89. Tour de France warnte der Radsport-Weltverband UCI vor neuen Doping- Produkten. "Während wir den Kampf gegen EPO und das Nachfolge-Produkt NESP gewonnen haben, erscheinen neue Herausforderungen am Horizont", hieß es am Dienstag in einer UCI-Pressemitteilung.

dpa LAUSANNE/BERLIN. Der Weltverband, der als erste Dachorganisation vor vier Jahren Blutkontrollen einführte, nennt insbesondere drei Produkte oder Stoffe, die zur "neuen Generation" des Dopings gerechnet werden. Laut UCI könne das als Blut-Doping-Mittel eingesetzte RSR13 ebenso nachgewiesen werden wie synthetische rote Blutkörperchen. Die größte Gefahr gehe derzeit von dem EPO-Nachfolger Dynepo aus. Das aus menschlichen Zellen produzierte EPO-Molekül könne nach Ansicht der UCI-Mediziner nicht vor 2003 nachgewiesen werden. Das Präparat wirke stärker als EPO und versorge die Muskeln mit zusätzlichem Sauerstoff.

Nach den Erfahrungen des vergangenen Giro d'Italia werden die Doping-Kontrollen bei der Tour nochmals verschärft. Insgesamt sollen 90 EPO-Tests (2001: 72) vorgenommen werden. Zwei Tage vor dem Start müssen sich alle Teilnehmer einer Blutkontrolle unterziehen. Nach jeder Etappe sollen bis zu zehn Urinproben genommen werden. Um die Wartezeiten zwischen Test und Analyse-Ergebnis zu verringern, werden Blut- und Urin-Proben per Helikopter in die Labors nach Lausanne und Châtenay-Malabry gebracht.

"Einen Fall Garzelli wird es bei uns nicht geben", hatte Tour- Direktor Jean-Marie Leblanc erklärt. Der italienische Rad-Profi durfte den vergangenen Giro noch drei Tage nach seinem positiven A-Proben-Ergebnis weiterfahren. Alle 21 bei der Tour startenden Mannschaften müssen sich verpflichten, einen Fahrer sofort aus dem Rennen zu nehmen, wenn bei ihm ein positiver A-Test vorliegt.

Der Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna) äußerte sich im "Kicker" zum Doping-Problem. "Der Schaden ist immens, und mich ärgert, dass diese paar Idioten unter uns das wieder so verbockt haben", sagte der 31-Jährige im Hinblick auf die Vorkommnisse beim Giro. "Wenn wir gut sind, kommt die Frage nach dem Doping, wenn wir nicht gewinnen, sagt keiner, die sind sauber, sondern die sind schlecht." Dennoch glaubt der gebürtige Berliner, dass der Anti- Doping-Kampf Fortschritte macht: "Wir sind mit den vielen Kontrollen auf dem richtigen Weg, aber wie lang der ist, weiß ich auch nicht."

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