Kontrollierte Abwicklung
Bertelsmann kauft Napster-Reste auf

Das sichere Ende vor Augen lenkte die angeschlagene Musiktauschbörse Napster Inc. am vergangenen Freitag ein und stimmte einem zuvor abgelehnten Verkauf der Vermögenswerte an den Bertelsmann-Konzern zu.

 

pos Düsseldorf. Bertelsmann wird 8 Mill. $ bezahlen, die zur Befriedigung der Napster-Gläubiger verwendet werden sollen. Die zuvor im Machtkampf mit dem Aufsichtsrat unterlegenen und danach zurückgetretenen Vorstandsmitglieder, unter ihnen CEO Konrad Hilbers und Gründer Shawn Fanning, kehren in das Unternehmen zurück, teilten Napster und Bertelsmann mit.

Die Lösung macht vor allem für Bertelsmann Sinn. Der Medienkonzern ist mit rund 85 Mill. $ der größte Investor und hätte im Falle eines Konkurses von Napster nur noch schwer Zugriff auf Technologie und Kundendaten erhalten.

In informierten Kreisen wird davon ausgegangen, dass jetzt versucht wird, Napster in einen kontrollierten Konkurs zu führen, um mit einer "neuen Napster" - ohne drohender Milliardenklagen der Musikindustrie - als Musikvertrieb starten zu können.

Ob dies gelingen wird, hängt davon ab, ob die fünf großen Musikunternehmen, die 90 Prozent des Marktes beherrschen, nun bereit sein werden, dem früheren Erzfeind die dringend notwendigen Lizenzen für den Musikverkauf über das Internet zu überlassen.

Quelle: Handelsblatt

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