Konzentration auf den Mittelstand geplant
Helaba/BayernLB starten M&A-Tochter gemeinsam mit Granville Baird

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt, und die Bayerische Landesbank Girozentrale (BayernLB), München, haben gemeinsam mit der Investmentbank Granville Baird, London/Milwaukee, eine Tochtergesellschaft zur Beratung mittelständischer Unternehmen bei Mergers & Acquisitions (M&A) gegründet. Wie die Landesbanken am Mittwoch in Frankfurt gemeinsam mitteilten, soll die Tochtergesellschaft namens HBB Capital Advisers Group AG am 1. Januar die Geschäftstätigkeit aufnehmen.

vwd FRANKFURT. In drei Jahren solle HBB im M&A-Bereich einen Umsatz im zweistelligen Mio-EUR-Bereich aufweisen, sagte BayernLB-Vorstandsmitglied und HBB-Aufsichtsratvorsitzender Rudolf Hanisch.

An HBB, die zum Start mit einem Grundkapital von 20 Mio EUR ausgestattet ist, halten die beiden Landesbanken gemeinsam 47,5 Prozent. 42,5 Prozent der Anteile entfallen auf Granville Baird und zehn Prozent auf die M&A-Boutique Steffens, Alvano & Partner mit Sitz in Hamburg. Hanisch betonte, bei der neuen Gesellschaft handle sich um ein erstes konkretes Ergebnis der strategischen Partnerschaft zwischen der Helaba und der Bayern LB.

Heinz Riener, Helaba-Vorstandsmitglied und stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der HBB, sieht für das Unternehmen beträchtliches Marktpotenzial: Während in Deutschland bislang lediglich 20 Prozent aller Fusionen von professionellen Beratern begleitet würden, liege dieser Anteil in den USA bei 80 Prozent. Auch müsse der deutsche Mittelstand das Thema Eigenkapitalfinanzierung angehen, falls er wettbewerbsfähig bleiben wolle.

HBB-Vorstandsvorsitzender Bernhard Zeller betonte indes, dass sein Unternehmen keineswegs Goldman Sachs oder Morgan Stanley Konkurrenz machen, sondern sich auf den Mittelstand mit Umsätzen bis zu 125 Mio EUR konzentrieren wolle. Damit kämen Helaba und BayernLB durchaus ihrem öffentlichen Auftrag nach, Finanzdienstleistungen für den Mittelstand zu erbringen. Kernprodukt werde dabei die M&A-Beratung sein, aber auch die IPO-Begleitung und die Betreung bei sonstigen Eigenkapitalmaßnahmen sollen zur Angebotspalette gehören. Neben dem Mittelstand will HBB den Angaben Zellers zufolge durchaus auch Konzerne anprechen, wenn es nur um die Abspaltung oder Ausgründung von Sparten oder Management-Buy-Outs geht.

Wie Zeller weiter betont, wurde Granville Baird vor allem deshalb ins Boot geholt, um dem Mittelstand auch bei grenzüberschreitenden Transaktionen betreuen zu können. Granville gehört zu 64 Prozent der NorthWestern Mutual Life Insurance Company und ist vor allem in den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanbien mit rund 140 M&A-Beratern aktiv. 1999 wurde von Granville ein Transaktionsvolumen von 17 Mrd EUR betreut. Zum Start wird HBB über eine operative GmbH mit Sitz in München über Büros in Hamburg, München und Frankfurt verfügen. Die Höhe der Anteile der drei Partner an der HBB AG könnten sich noch reduzieren, da eine Mitarbeiterbeteiligung von bis zu maximal 22 Prozent vorgesehen sei, unterstrich Zeller.

Die Vertreter der Landesbanken unterstrichen, dass die neue Gesellschaft ein Beispiel für die gute Kooperation der beiden Häuser sei. Auch die anderen identifizierten Kooperationsfelder würden "abgearbeitet". Was die Auslandsstandorte der beiden Landesbanken betreffe, werde man in wenigen Wochen Konkretes sagen können, hieß es weiter. Von der Diskussion um die Gewährträgerhaftung der öffentlich-rechtlichen Institute sowie um ein neues Institutssicherungsmodell der WestLB zeigten sich Helaba und BayernLB relativ unbeindruckt. "Wir lassen und durch die derzeitige Diskussion nicht irritieren", hieß es einmütig.

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