Konzentration auf Kostenkontrolle
CS Group wieder in der Gewinnzone

Der Schweizer Finanzkonzern CS Group sieht sich nach einem Milliarden-Rekordverlust im letzten Jahr nun wieder auf gutem Weg zu einer "soliden Profitabilität". Für dieses Jahr rechnet die CS Gruppe weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld. Bei den verwalteten Vermögen kam es im institutionellen Bereich zu Abflüssen, während Privatkunden neues Geld brachten.

Reuters ZÜRICH. Die CS Group, die Ende April bereits vorläufige Quartalszahlen vorgelegt hatte, erzielte nach den Angaben vom Dienstag im ersten Quartal einen Gewinn von 652 Mill. Franken nach einem Verlust von 950 Mill. Franken im Vorquartal und einem Gewinn von 368 Mill. Franken im entsprechenden Vorjahresquartal. Für Rückstellungen, Wertberichtigungen und Verluste wendete das Geldhaus nur noch 233 Mill. Franken auf im Vergleich zu 2,4 Mrd. Franken im vierten Quartal des Vorjahres.

Die Geschäftseinheit Credit Credit Suisse Financial Services kam auf einen Gewinn von 666 Mill. Franken, der aufgrund einmaliger Faktoren um sechs Prozent unter dem Vorquartal aber 13 % über dem Vorjahresquartal lag. Das dem Bereich angegliederte, im letzten Jahr stark defizitäre Geschäft der Winterthur Versicherungen erzielte ein besseres Finanzergebnis und kam insgesamt auf einen Segmentsgewinn von mehr als 200 Mill. Franken.

Die Investmentbank Credit Suisse First Boston, die das vierte Quartal des Vorjahres noch mit einem Minus von knapp 1,3 Mrd. Franken (811 Mill. Dollar) abgeschlossen hatte, erzielte nun einen Quartalsreingewinn von 221 Mill. Franken (161 Mill. Dollar).

Bei den verwalteten Vermögen ergaben sich Geld-Zuflüssen von von 1,5 Mrd. Franken im Private Banking. In der ganzen Gruppe verzeichnete Credit Suisse in den ersten drei Monaten insgesamt einen Nettoabfluss von 3,5 Mrd. Franken, nachdem im Quartal davor eine Abnahme von 6,6 Mrd. Franken zu verbuchen gewesen war. Die verwalteten Vermögen im Konzern betrugen zum Quartalsende 1160,5 Mrd. Franken, das war ein Rückgang von 2,9 % im Vergleich zu den 1195 Mrd. Franken am Ende des vergangenen Jahres.

Insgesamt zeigten sich bei den Vermögen unterschiedliche Verläufe. Neben dem Private Banking verbuchte der Versicherungsbereich Zuflüsse von 2,2 Mrd. Franken. Abflüsse ergaben sich auch aus der Umwandlung von Termingeldern in Transaktionsgelder. Credit Suisse First Boston wies einen Nettoabfluss von 3,8 Mrd. Franken aus, wobei einem Zufluss von 1,5 Mrd. Franken im Bereich Private Client Services Abflüsse von 5,2 Mrd. Franken bei der Credit Suisse Asset Management gegenüberstanden.

Bei der Beurteilung des Jahres 2003 bleibt die CS Group angesichts des anhaltend anspruchsvollen Umfeldes und der weltpolitischen Unsicherheiten vorsichtig. In der gegenwärtigen Lage lasse sich die Höhe des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns nicht prognostizieren, sagte Finanzchef Phil Ryan im Gespräch mit Reuters.

Credit Suisse werde sich auf die Kontrolle der Kosten konzentrieren. Ein breit angelegter Arbeitsplatzabbau sei aber nicht geplant.

Auch wenn sich die Lage deutlich verbessert hat, ein paar Klötze schleppt die Gruppe noch mit. So mussten für die Beteiligungen an Swiss Life und Swiss International Air Lines Wertberichtigungen von insgesamt 150 Mill. Franken vorgenommen werden. Zudem, so der Analyst Christoph Ritschard von der Zürcher Kantonalbank, bestehe weiter das Risiko von Zivilklagen aus den USA.

Im Jahr 2002 hatte die CS Group einen Rekordverlust von 3,3 Mrd. Franken erwirtschaftet. An der Börse stieg die CS-Aktie bis Mittag um gut ein Prozent auf 32,60 Franken.

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