Konzentration auf margenstarke strukturierte Immobilienfinanzierungen
Eurohypo setzt auf Spezialisierung

Die Eurohypo reagiert auf das schwierige Marktumfeld für Hypothekenbanken mit einer stärkeren Fokussierung ihres Geschäfts. Anspruchsvolle Immobilienfinanzierungen im Ausland sind der Schwerpunkt. Die Eigenkapitalrendite soll durch Verbriefungen und effizientere Back-Office-Prozesse steigen.

FRANKFURT/M. "Spezialisierung ist entscheidend für den Erfolg einer Hypothekenbank, nicht die pure Größe. Deshalb setzen wir künftig darauf, die richtigen Geschäfte abzuschließen, statt um fast jeden Preis das Volumen zu steigern", sagte Bernd Knobloch, Vorstandsvorsitzender der Eurohypo, im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Richtige Geschäfte" misst er an der Eigenkapitalrendite: Sie soll mindestens 25 % vor Steuern betragen. Aktuell liegt die Rendite der Eurohypo, die Hypothekenbank-Tochter der Deutschen Bank, bei 12 % bezogen auf das nominelle Eigenkapital. Nach dem internen Rechenmodell des Deutsche-Bank-Konzerns, dem eine risikogewichtete Rendite zu Grunde liege, habe die Eurohypo 2000 jedoch die Zielvorgaben übertroffen.

Zwei strategische Ansätze will Knobloch verfolgen, um die Rentabilität zu verbessern: Die Eigenkapitalbelastung soll durch Verbriefungen reduziert, der Ertrag durch die Konzentration auf margenstarke Geschäfte verbessert werden. "Die Hypothekenbanken haben bisher die Risiken bis Laufzeitende in ihren Büchern stehen gelassen und so ihre Eigenkapitalbelastung laufend gesteigert." Die Eurohypo verstehe sich künftig als "Wholesaler", als Großhändler von Hypothekenrisiken.Durch geschicktes Portfoliomanagement und Verbriefungen könne die Rendite gesteigert werden. 2000 ist die Eurohypo mit einer Verbriefung (Securitization) über 500 Mill. Euro an den Markt gegangen. 2001 sollen 1 bis 2 Mrd. Euro erreicht werden, sagte Knobloch. "Bislang bewegen sich die Securitization-Aktivitäten deutscher Hypothekenbanken noch in einem kleinen Rahmen und beschränken sich auf wenige große Transaktionen, etwa eine Verbriefung der Rheinhyp über 1,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr," kommentiert Ralf Grossmann von CDC Marchés den Markt. Er rechnet künftig mit einem sehr starken Wachstum, weil die Banken mit Verbriefungen ihr Eigenkapital deutlich entlasten können.

Knobloch will die Position der Eurohypo als Spezialist für anspruchsvolle, großvolumige Finanzierungen weiter festigen. Er sieht die Bank sehr gut aufgestellt bei großvolumigen, gewerblichen Finanzierungen im Ausland, vor allem in Großbritannien. "Durch die Einbindung in den Deutsche-Bank-Konzern sind wir in der Lage, große Tranchen zu zeichnen und sie anschließend bei kleineren Banken zu platzieren." Die höchsten Margen seien durch das Strukturieren und Arrangieren sehr großer Transaktionen zu erzielen. Ihr Auslandsgeschäft will die Eurohypo ausbauen. Dort seien die Margen zurzeit etwa 50 % höher als in Deutschland. Zwar gingen die ausländischen Banken "zunehmend auf harten Konkurrenzkurs" in ihren Märkten, so dass sich die Margen reduzieren, aber noch lange nicht auf das Niveau in Deutschland sinken würden.

Neue Aktivitäten im inländischen Gewerbegeschäft werde die Bank nur machen, wenn sie das Kapital nicht zusätzlich belasten. Im Privatkundengeschäft hat die Eurohypo jetzt den Vertrieb an die Deutsche Bank 24 abgegeben und Geschäftsstellen geschlossen. Im Staatskreditgeschäft wolle sich das Institut nur noch engagieren, wenn es "auf der Zinsseite attraktiv ist", so Knobloch. Dies sei nur im Ausland ohne Zinsänderungsrisiken möglich. Deshalb werde die Luxemburger Tochter ihr Geschäft weiter ausbauen.

Eine der großen Aufgaben in 2001 sei es, eine Lösung für die Kreditbearbeitung und-verwaltung zu finden. Durch eine deutliche Reduzierung der Kosten sollen diese Leistungen auch für andere Banken attraktiv werden. Das Thema wird zurzeit in der Branche intensiv diskutiert. Einige sind bereits mit eigenen Lösungen im Markt, etwa Depfa und DG Hyp. "Ich rechne damit, dass langfristig vier Abwicklungsdienstleister in der Branche die nötigen hohen Volumina aufbringen können", sagt Heiko Glander, verantwortlich für das Business Development der Hypotheken Management GmbH, eine Depfa-Tochter. Durch effiziente Prozesse könnten die Kosten in diesem Bereich um 50 % sinken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%