Konzentration auf Zentraleuropa zahlt sich aus
Netlife landet in der Gewinnzone

dpa-afx/rtr HAMBURG. Die Netlife AG hat im ersten Quartal mit einem Überschuss von 15 364 ? erstmals die Gewinnzone erreicht. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum betrug der Verlust des Softwareunternehmens 3,067 Mill. ?, teilte das am Neuen Markt notierte Unternehmen am Montag in Hamburg mit. Der Grund sei die Begrenzung der Betriebsaufwendungen auf 4,384 Mill. ? durch Restrukturierungen und die Konzentration auf Zentraleuropa. Für das Gesamtjahr 2001 werde bei gleichen Kosten ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Der Auftragsbestand liege derzeit bei 5,1 Mill. ?.

Der Umsatz in der Sparte Lizenzen ist den Angaben zufolge im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis von 0,125 Mill. ? im Vorjahr auf 1,913 Mill. ? gestiegen. Die Zahl der Mitarbeiter habe sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum vor allem durch Schließung nahezu aller Auslandsbeteiligungen auf 133 verringert. Bis Jahresende sei ein Ausbau auf rund 150 Beschäftigte geplant.

Großaktionär will bei Expansion helfen

Der neue Großaktionär des Unternehmens, der Hamburger Immobilienkaufmann Hans-Werner Maas, will die Expansion des Softwareunternehmens unterstützen. Er wolle Netlife durch seine Kontakte bei der Kundengewinnung helfen und bei möglichen Zukäufen zur Seite stehen, sagte Maas am Montag in Hamburg. Dafür benötige Netlife Kapitalkraft. Der 38-jährige Maas soll auf der Hauptversammlung am 22. Mai in den Aufsichtsrat von Netlife gewählt werden. Zur Motivation für sein Investment sagte Maas, er glaube an den "hervorragenden Zukunftsmarkt" von Netlife. Im ersten Quartal erzielte die am Neuen Markt notierte Firma erstmals einen kleinen Gewinn. Die Aktien stiegen in einem festen Gesamtmarkt zeitweise über 30 % auf 6,55 ?.

Gründer hatten schlechte Presse

Maas war Mitte April überraschend als neuer Großaktionär präsentiert worden, nachdem Medienberichte über das Finanzgebaren der Gründungsaktionäre lange für Irritationen bei den Hauptkunden von Netlife, den Banken, gesorgt hatten. In Presseveröffentlichungen waren die hohen Verbindlichkeiten der Aktiengesellschaft gegenüber ihren Altaktionären nach dem Gang an den Neuen Markt kritisiert worden. Diese Schulden sollen inzwischen weitgehend getilgt sein, doch war das öffentliche Echo auf das Verhalten der Unternehmensgründer dem Geschäft wohl nicht zuträglich. Von dem Immobilienunternehmer Maas erhofft sich Netlife nun einen Zugewinn an Vertrauen bei den Kunden.

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt betonte Maas, Netlife sei ein "hanseatisch geführtes Unternehmen" mit einem "von Seriösität" geprägten Management und motivierten Beschäftigten. Er wolle Netlife beratend zur Seite stehen und dabei auch eigene Kundenkontakte einbringen. Angaben zur Höhe seiner Beteiligung machte Maas mit Hinweis auf seine noch bevorstehende Wahl in den Aufsichtsrat nicht. Anschließend werde er dem Bundesaufsichtsamt für Wertpapierbesitz die genaue Anteilshöhe mitteilen. Die Unternehmensgründer Claus Müller, Andreas Barke, Hendrik de Waal und Daniel Crasemann sollen zuletzt noch rund 60 % der Aktien gehalten haben. Unklar ist, ob sie sich von allen Netlife-Anteilen getrennt haben.

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