Konzept könnte Verlagen große Verluste bescheren
Schwarze Zahlen für Stephen King mit neuem Internet-Buch

Nur eine Woche nach Veröffentlichung des ersten Kapitels schreibt King mit dem neuen Thriller "The Plant" bereits schwarze Zahlen.

dpa NEW YORK. Das jüngste Online-Experiment von Stephen King ist eigenen Angaben des Bestsellerautors zufolge ein voller Erfolg. Nur eine Woche nach Veröffentlichung des ersten Kapitels schreibe er mit dem neuen Thriller "The Plant" bereits schwarze Zahlen, war am Dienstag auf seiner Webseite www.stephenking.com zu lesen. Er werde weiter an dem Buch schreiben und es über das Internet herausgeben, solange wenigstens drei von vier Lesern das Herunterladen eines Kapitels bezahlten.

Den Angaben nach wurde das erste Kapitel bisher über 150 000 Mal abgerufen. Rund 116 000 Leser erfüllten Kings Forderung nach einem $ (rund 2,10 DM) entweder gleich durch Zahlung per Kreditkarte oder sagten zu, einen Scheck über diesen Betrag einzusenden. Von diesen 116 000 hätten 93 200 bereits gezahlt, hieß es weiter.

Damit hat King alle Unkosten für die Online-Veröffentlichung des Buches den Angaben nach ausgeglichen. Zu den Ausgabeposten gehörten auch zwei Anzeigen, eine in dem Massenblatt "USA Today" und die andere in der Fachzeitschrift "Publishers Weekly". Auf seiner Webseite stellt der geschäftstüchtige Schriftsteller weitere neun bis zehn Kapitel des Buches in Aussicht. Das Nächste soll noch im August abrufbar sein. King rechnet mit rund 1,67 Mill. Abrufen des Thrillers zum Preis von wenigstens je einem $.

Mit "The Plant" schließt ein Schriftsteller seinen Verlag erstmals ganz und gar von der Veröffentlichung eines größeren Werks aus. Das Experiment könnte zumindest unter Bestsellerautoren eine Welle in Bewegung setzen und Verlagen erhebliche Verluste einbringen, spekulieren US-Medien. Bereits vor wenigen Monaten hatte der Gruselautor neue Wege beschritten, als er das Buch "Riding the Bullet" nur als elektronische Ausgabe veröffentlichte. Das Buch konnte ebenfalls heruntergeladen und mit Hilfe eines so genannten e- books gelesen werden. Dabei war sein Verlag aber am Gewinn noch beteiligt gewesen. Das Buch wurde mehr als 500 000 Mal verkauft.

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