Konzern auf Weg zu Rekordjahr
Post plant weitere Übernahmen

Die Deutsche Post peilt für dieses Jahr neue Rekordergebnisse bei Umsatz und Ertrag an. In einem schwierigen konjunkturellen Umfeld steigerte der Konzern das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit in den ersten neun Monaten um 6,3 % auf 1,9 Mrd. Euro, wie Vorstandschef Klaus Zumwinkel am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte.

ddp BONN. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 4,2 % auf rund 24,9 Mrd. Euro (knapp 46,7 Mrd. DM). Die deutlichsten Zuwächse gab es in den Bereichen Express und Logistik. Zumwinkel nannte als Zielmarge für das Gesamtjahr eine Gewinnsteigerung von fünf Prozent aus betrieblicher Tätigkeit.

Allerdings liegt der Überschuss für die ersten drei Quartale mit rund 1,3 Mrd. Euro um rund ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konzern begründete dies mit einer höheren Steuerlast. Positiv sei, dass sich die Gewinnsituation im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21,9 % verbesserte. Mit den zu erwartenden neuen Rekorden bei Umsatz und Ertrag komme die Post ihrem Ziel, weltweit die Nummer eins in der Logistik zu werden, ein gutes Stück näher.

Zukäufe kommen vor allem im Express-Bereich in Asien in Frage

Obwohl die Post viele Zukäufe zu verkraften hat und sich derzeit auf deren Integration konzentriert, schließt Zumwinkel weitere Akquisitionen nicht aus. Vor allem im Express-Bereich in Asien kämen Übernahmen in Frage. Nach Ansicht des Konzern-Chefs dürften wegen der krisenhaften Lage der Weltwirtschaft einige Wettbewerber vom Markt verschwinden.

Er habe keine Informationen, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) wegen der angespannten Haushaltslage die Übertragung weiterer Postanteile an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) plant. Auch wenn diese Pressespekulationen stimmten, habe dies keine Auswirkungen auf die Börse, sagte Zumwinkel. Als möglichen Termin für eine zweite Emission von Post-Aktien gilt bislang das kommende Jahr.

Abhängigkeit vom Briefsektor sinkt

Die Post macht, so Zumwinkel, auch weitere Fortschritte bei der Reduzierung der Abhängigkeit vom Briefsektor. Der Anteil der übrigen Sparten am Gewinn sei im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres von 21 auf 27 % gestiegen. Mittelfristig will der Konzern einen Anteil von 50 % erwirtschaften.

Die Börse reagierte mit leichten Gewinnen auf die Zahlen. In Frankfurt kletterte der Kurs der Post-Aktie bis zum frühen Nachmittag um 1,46 % auf 16,00 Euro. Händler hatten in etwa mit den Zahlen gerechnet und sie schon weitgehend eingepreist. Gerlinde Gollasch, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin, bleibt bei ihrer Einstufung "Halten".

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