Konzern bekräftigt Prognosen
Metro trotzt der Konsumflaute

Der weltweit fünfgrößte Handelskonzern Metro hat trotz der Konjunkturflaute in Deutschland seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2002 bekräftigt.

Reuters DÜSSELDORF. "Es ist unser erklärtes Ziel, den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2002 um rund sechs Prozent auf über 52 Milliarden Euro zu steigern", sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Körber bekräftigte zudem, der Konzern erwarte im laufenden Jahr eine Ergebnissteigerung je Aktie von rund zehn Prozent. Voraussetzung sei allerdings, dass sich im Laufe des Jahres eine Normalisierung des Geschäfts und des Kundenverhaltens in Deutschland einstellen werde, schränkte Körber ein.

Aufgrund der zunehmenden Akzeptanz des Euro sei allerdings damit zu rechnen, dass die allgemeine Kaufzurückhaltung im Inland nachlassen werde. Die Metro werde die sich aus der erwarteten konjunkturellen Erholung ergebenden Chancen nutzen und alles daran setzen, auf den Auslandsmärkten mindestens ebenso erfolgreich zu sein, wie im ersten Quartal des laufenden Jahres, unterstrich Körber. Im ersten Quartal legte Metro bei den Umsätzen im Ausland um 15 Prozent zu, während im Inland die Umsätze um 1,5 Prozent sanken.

Russland-Einstieg geplant

So prüfe der Konzern derzeit den Markteintritt in Russland mit ihrer Supermarktkette "Real". "Es gibt eine Chance, wir prüfen und es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte Körber. Metro betreibt in Moskau zwei Großhandelsmärkte. Dies sei eine Basis, auf die man aufsetzen könne, sagte er. Bislang ist die Metro-Tochter Real außerhalb Deutschlands mit 25 Märkten in Polen und mit sechs Filialen in der Türkei vertreten.

Gewinnprognose bekräftigt

Mit der Bekräftigung der aus der Sicht von Branchenkennern relativ vorsichtigen Gewinnprognose setzte sich Körber erneut von den bisherigen Krisenszenarien der Branche ab. Die Handelsverbände HDE und BAG hatten für das erste Quartal über Umsatzeinbrüche berichtet und gehen auch für das Gesamtjahr nicht von einer wesentlichen Trendwende aus. Darüber hinaus befürchtet der HDE rund 8000 Insolvenzen im Handel und möglicherweise den Abbau von 50.000 Stellen.

Am Vortag hatte der Chef des Essener KarstadtQuelle-Konzerns, Wolfgang Urban, wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage keine Prognose für 2002 abgegeben. Die Lage im Handel sei "in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte bislang ohne Beispiel", hatte Urban geklagt. Der Chef des Essener Handelshauses ließ auf der Bilanzpressekonferenz zudem Skepsis erkennen, ob es gelingen werde, das in der Langfristplanung vorgesehen Ergebnisziel für 2003 zu erreichen. KarstadtQuelle hat sich zum Ziel gesetzt, das Vorsteuerergebnis auf IAS-Basis bis 2003 auf 660 Millionen Euro zu verdoppeln.

Der Ausblick der Metro ist im internationalen Vergleich aber vorsichtiger als der der Mitbewerber. Der französische Händler Carrefour und die niederländische Ahold kündigten unlängst an, das Ergebnis pro Aktie um rund 15 Prozent steigern zu wollen.

Aktionäre interessieren sich für Divaco

Mehrere Aktionäre fragten nach möglichen Verlusten und Sonderabschreibungen bei der Beteiligungsgesellschaft Divaco. Die Divaco wurde 1998 gemeinsam von der Deutschen Bank und Finanzinvestoren, darunter der Gerling-Konzern, gegründet und umfasste ein Umsatzvolumen von 5,5 Milliarden Euro. Körber bezifferte mögliche Verluste nicht direkt, sondern verwies auf die im Geschäftsbericht ausgewiesenen Wertberichtigungen von 150 Millionen Euro. Die in der Divaco ausgelagerten Gesellschaften sollen zum Jahresende verkauft werden, bekräftigte Körber.

Nach dem Verkauf der Kaufhalle zählen zur Divaco noch die Adler-Modemärkte, die Schuhkette Reno, die Computerunternehmen Maxdata und Vobis sowie die Deutsche Fertighaus-Holding. Die Metro hält 49 Prozent an der Divaco, die Deutsche Bank 39 Prozent und den Rest die Finanzinvestoren.

Keine Preissteigerung zur Euro-Umstellung

Erneut wies Körber den Vorwurf zurück, der Handel habe die Einführung des Euro zu Preiserhöhungen genutzt. Die Metro sei wie andere Handelsunternehmen auch eine freiwillige Selbstverpflichtung eingegangen, die Einführung des Euro-Bargeldes nicht für Preiserhöhungen zu nutzen. "Der Metro-Konzern hat sich an diese Selbstverpflichtung gehalten", unterstrich der Metro-Chef.

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