Konzern benötigt 200 Millionen Euro
Babcock-Belegschaft zu Opfer bereit

Die Beschäftigten des angeschlagenen Maschinen- und Anlagenbau-Konzerns Babcock-Borsig AG sind nach Gewerkschaftsangaben zu weiteren Opfern bereit. Die Gewerkschaft bezeichnet die geforderten Sanierungsbeitrag von 50 Millionen Euro als inakzeptabel.

juf DÜSSELDORF. Sie weisen aber den geforderten Sanierungsbeitrag von 50 Mill. Euro als zu hoch zurück. Betriebsrat und IG Metall hätten dem Vorstand weitere Zugeständnisse gemacht, sagte Gewerkschaftssprecher Claus Eilrich am Montag. Zum einen seien die Beschäftigten bereit, auf die Auszahlung der jüngsten Tariferhöhung von 3,1 % bis Ende 2003 zu verzichten. Zum anderen hätten sie angeboten, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 33 Stunden zu senken. Die Mitarbeiter haben schon auf die Lohnerhöhungen für Juni verzichtet.

Eilrich wies aber Forderungen zurück, die Arbeitnehmer sollten einen Sanierungsbeitrag von 50 Mill. Euro leisten. "Diese Größenordnung ist für uns inakzeptabel", sagte er. Auch müsse der Sanierungsbeitrag bei einer möglichen Insolvenz geschützt werden. "Sonst stehen die Beschäftigten ohne Stelle und ohne Geld da."

Die Arbeitnehmervertreter verhandelten am Montag mit dem Vorstand über ihren Sanierungsbeitrag. Anschließend wollte sich die Unternehmensleitung mit Bankenvertretern treffen. Über den Ausgang der Gespräche war bis zum Redaktionsschluss nichts bekannt. Das Unternehmen wollte sich nicht äußern.

Gewerkschaften und Betriebsräte müssten stärker in die Sanierungsbemühungen einbezogen werden, forderte Eilrich. "Bisher sind die Informationen unzureichend."

Babcock hatte am vergangenen Freitag überraschend erklärt, bis heute 200 Mill. Euro zu benötigen. Ansonsten könne der Konzern die Juni-Gehälter nicht zahlen. Das Unternehmen beschäftigt 22 000 Menschen. Die Hausbanken - WestLB, Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, Hypo-Vereinsbank und BHF-Bank - verlangen von den Arbeitnehmern einen Sanierungsbeitrag von rund 50 Mill. Euro, bevor sie die Kreditlinien erhöhen. Die Banken haben aber offenbar Probleme, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen. Es gebe bisher keinen Poolführer, hieß es in Bankenkreisen.

Dem Babcock-Aufsichtsrat liegt ein Sanierungskonzept vor, das die Unternehmensberatung Roland Berger und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO entworfen haben. Es sieht vor, dass sich das Unternehmen künftig auf das Geschäftsfeld Energietechnik konzentriert. Die Babcock-Aktie fiel gestern zwischenzeitlich um rund 20 % auf unter 1,50 Euro.

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