Konzern-Chef Forster erwartet schweres zweites Halbjahr, aber 2004 wieder Gewinn
Opel will mit Astra Comeback schaffen

Opel will mit seinem neuen Kompaktwagen Astra im kommenden Jahr endgültig aus der Verlustzone steuern. "Wir werden 2004 mindestens ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielen", sagte Opel-Chef Carl-Peter Forster dem Handelsblatt vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt.

RÜSSELSHEIM. Im Juni hatte der Top-Manager schwarze Zahlen für das kommende Jahr noch in Frage gestellt. Doch nach einem wirtschaftlich erfolgreichen ersten Halbjahr wächst offenbar die Zuversicht der deutschen Tochter von General Motors (GM), dass der Turnaround gelingt.

Opel schaffte trotz der Autoflaute bereits im ersten Halbjahr die Rückkehr in die operative Gewinnzone. Im vergangenen Jahr hatten die Rüsselsheimer ihren operativen Verlust mit 227 Mill. Euro schon mehr als halbiert. Opel steckt seit 2001 operativ in den roten Zahlen und sucht mit dem Sanierungsplan "Olympia" und einer Modelloffensive den Weg aus der Krise.

Doch der Markt bleibt schwierig: für das vierte Quartal 2003 wollte Forster ein Plus nicht garantieren. Das lässt erneut Verluste vermuten. Die frühe Präsentation des neuen Astra bringt die Verkaufszahlen des alten Modells, das zu den wichtigsten Umsatzträgern zählt, unter Druck: Im Juli brach dessen Absatz in Deutschland um 20 % ein. "Das wird für Opel nicht einfach. Da werden Marketingmaßnahmen nötig", warnt Thomas Marwick vom Marktforschungsinstitut Forster betonte, dass Opel sich im Gesamtjahr 2003 noch von unten der Null-Linie nähere. Experten erwarten im Autogeschäft einen dreistelligen Millionenverlust.

Ungeachtet der anhaltenden Flaute fasst Forster konkret die Rückkehr in die automobile Premiumklasse ins Auge. Neben dem neuen Astra und dem Vectra Caravan ( Bildergalerie) präsentiert Opel auf der IAA erstmals eine Designstudie für ein Fahrzeug namens Insignia, die als Vorbereitung für ein Fahrzeug oberhalb des Signum gilt. "Es täte uns schon gut, wenn wir uns eine Abrundung nach oben leisten würden", sagte Forster. Noch ist die Produktion zwar nicht bewilligt, Branchenkenner sind sich aber sicher, dass das Auto gebaut wird.

Das Herzstück des Turnarounds für die Rüsselsheimer wird aber die Modelleinführung des neuen Astra werden. Der Kompaktwagen soll im kommenden Jahr eine deutliche Ergebnisverbesserung anschieben. Der neue VW-Golf-Konkurrent kommt zwar erst im Frühjahr 2004 auf den Markt und damit rund ein halbes Jahr später als der neue Golf ( Bildergalerie). Von Bescheidenheit gegenüber dem ewigen Ersten aus Wolfsburg ist im Hause Opel jedoch nichts zu spüren. "Wir wollen die bisherigen Verkaufszahlen des Astra übertreffen", betonte der Opel-Chef. Im vergangenen Jahr verkaufte Opel von seinem Kompaktwagen mehr als 450 000 Exemplare, VW führte aber die Verkaufsliste mit 600 000 Golf an. Vom Design her sind die Aussichten für einen Erfolg des Astra nicht schlecht: Selten zuvor war die Konkurrenz mit dem Modell aus Wolfsburg so eng, selten sahen sich die Erzrivalen so ähnlich.

Schon seit Jahresbeginn mehren sich die Zeichen dafür, dass Opel aus der Krise fährt. Forster scheint inzwischen die so wichtige Wiederbelebung der Marke gelungen zu sein. Während die Marktanteile der Hauptkonkurrenten Volkswagen und Ford in Deutschland im ersten Halbjahr schrumpften, freute sich Opel über Zuwächse. Die Produktoffensive rollt: Der Opel-Chef will auch weiterhin mindestens zwei neue Modelle im Jahr präsentieren. Nur noch 40 % der Modellpalette sollen sich künftig in die klassischen Marktsegmente einsortieren lassen. Die Mehrzahl der Modelle soll Nischen- und Neukonzepten entstammen. Im nächsten Jahr fährt neben mehreren Astra-Varianten auch ein neuer Tigra Roadster auf den Markt.

Die Finanzmärkte sehen die Entwicklung positiv. "Bei Opel ist gute Arbeit geleistet worden. Das Unternehmen gewinnt jetzt an Fahrt", sagte Wolfgang Albrecht, Automobil-Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg.

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