Konzern erwartet rund 18 000 Aktionäre
Daimler-Chrysler erwirbt Volvos Anteil an Mitsubishi

In Berlin hat am Mittwoch die mit Spannung erwartete Hauptversammlung des Daimler-Chrysler-Konzerns begonnen. Das deutsch-amerikanische Unternehmen erwartet, dass insgesamt rund 18 000 Anteilseigner an der Aktionärsversammlung teilnehmen werden. Kurz vor Beginn der Hauptversammlung teilte der Konzern erwartungsgemäß die Übernahme des Volvo-Anteils an Mitsubishi von 3,3 Prozent mit.

ap/dpa/rtr BERLIN. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung dürfte die Krise der US-Sparte Chrysler stehen und die Kritik zahlreicher Kleinaktionäre und Schutzvereinigungen an der Führung des Konzerns. Es liegen zahlreiche Gegenanträge verärgerter Aktionäre vor, wonach Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung nicht erteilt werden sollte.

Daimler-Chrysler zahlt 2,35 Euro-Dividende

Der Automobilkonzern will seinen Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 2,35 Euro je Anteilsschein vorschlagen. Die Dividendensumme sei die höchste aller im deutschen Aktienindex DAX vertretenen Unternehmen, teilte Daimler-Chrysler vor seiner Hauptversammlung mit.

Konzernchef Jürgen Schrempp bekräftige zudem nach einem vorab verbreiteten Redetext, dass sich Daimler-Chrysler weder von der angeschlagenen US-Tochter Chrysler Group noch von der japanischen Mitsubishi trennen wolle. "Sie stehen nicht zur Disposition".

Ehemaliger Daimler-Chef Reuter übt scharfe Kritik an Schrempp

Daimler-Chrysler zahlt für den Volvo-Anteil an Mitsubishi 297 Millionen Dollar (652 Millionen Mark) und erhält damit Zugriff auf die Nutzfahrzeugsparte seines japanischen Partners.

Da die schwedische Volvo AB mit Mitsubishi auf dem Gebiet der Nutzfahrzeuge zusammenarbeiten wollte, ist nach dem Rückzug der Schweden für Daimler-Chrysler der Weg frei für eine direkte Zusammenarbeit mit Mitsubishi auch bei Lkw und Bussen. Die im vergangenen Jahr beschlossene Zusammenarbeit von Daimler-Chrysler und Mitsubishi galt nur für das Pkw-Geschäft. "Der Lkw- und Bus-Bereich von Mitsubishi ist profitabel und hervorragend positioniert", sagte das Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Manfred Bischoff dazu.

Der Anteil des deutsch-amerikanischen Autokonzerns an Mitsubishi erhöht sich von 34 auf 37,3 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch kurz vor Beginn der Hauptversammlung in Berlin mitteilte. Mit dem Volvo-Anteil erwirbt Daimler-Chrysler nach eigenen Angaben auch alle Rechte aus der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Mitsubishi und Volvo.

Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Manfred Bischoff sagte, der Lkw- und Busbereich von Mitsubishi sei profitabel und hervorragend positioniert. "Gemeinsam werden wir neue Produkte entwickeln und neue Märkte erschließen". Die Aufstockung des Anteils führe aber nicht zu der Konsolidierung des japanischen Autobauers in der Daimer-Chrysler-Bilanz, hieß es weiter.

Daimler liegt bei Chrysler-Restrukturierung im Plan

Die Daimler-Chrysler AG kommt nach eigenen Angaben beim Umbau ihres verlustbringenden US-Geschäfts gut voran. Der Personalabbau bei der amerikanischen Chrysler Group laufe nach Plan, und die Materialkostensenkungen für 2001 seien "unter Dach und Fach", hieß es im Redetext von Konzernchef Jürgen Schrempp für die Hauptversammlung seiner Gesellschaft am Mittwoch in Berlin.

Schrempp bekräftigte zugleich die bisherigen Prognosen für die Geschäftsentwicklung seines Konzerns im ersten Quartal des laufenden Jahres.

Daimler-Chrysler geht den Worten von Vorstandschef Schrempp zufolge weiter davon aus, dass der Konzern wie bereits angekündigt im ersten Quartal 2001 einen operativen Verlust von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro verbuchen wird. Darin seien allerdings die erwarteten Einmalaufwendungen für die Chrysler-Restrukturierung in Höhe von drei Milliarden Euro in den ersten drei Monaten sowie für den japanischen Partner Mitsubishi von bis zu 400 Millionen Euro noch nicht enthalten, hieß es weiter.

Die Aktie der DaimlerChrysler AG gab im frühen Börsengeschäft 2,2 Prozent auf 53,59 Euro ab.

So reagierte die Daimler-Chrysler-Aktie

Schrempp bekräftigte seine Erwartung, dass Chrysler im Jahr 2002 wieder die Gewinnschwelle erreichen wird. "Für 2003 wird eine Umsatzrendite von vier Prozent angestrebt. Mit über zwei Milliarden Euro Operating Profit wäre das dann wieder ein erheblicher Beitrag zum Konzernergebnis", sagte der Firmenchef.

Sowohl die Chrysler Group als auch die Allianz mit Mitsubishi "sind integraler und essenzieller Bestandteil unserer Unternehmensstrategie", erklärte Schrempp weiter. "Sie stehen nicht zur Disposition."

Vier Säulen-Strategie

Schrempp äußerte darüber hinaus die Erwartung, dass die aus vier Säulen bestehende Unternehmensstrategie - globale Präsenz, starkes Markenportfolio, umfassendes Produktprogramm sowie Technologie- und Innovations-Führerschaft - das Unternehmen letztlich zum weltweit führenden Automobilhersteller machen werde.

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