Konzern hält an seinen Zielen fest: EADS bleibt standhaft

Konzern hält an seinen Zielen fest
EADS bleibt standhaft

Trotz des Ausbruchs des Irak-Kriegs hält der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nach Worten von Co-Vorstandschef Rainer Hertrich vorerst an seinen Zielen für 2003 fest.

Reuters MüNCHEN. "Daran hat sich bislang nichts geändert", sagte Hertrich am Rande einer Veranstaltung am Montagabend in München. Sollte der Krieg einigermaßen schnell zu Ende gehen, sehe er keine wesentlichen Geschäftsbeeinträchtigungen. Vor zwei Wochen hatte die EADS angekündigt, 2003 den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) in etwa auf dem Vorjahresniveau von 1,43 (Vorjahr: 1,69) Mrd. ? halten zu wollen. Auch der Umsatz soll in etwa stagnieren, nachdem er 2002 auf 29,90 (30,80) Mrd. ? gesunken war. Darüber hinaus will die EADS, die vier Fünftel am europäischen Flugzeugbauer Airbus hält, im laufenden Jahr 300 Passagier-Flugzeuge ausliefern und damit den US-Erzrivalen Boeing erstmals übertrumpfen.

Die EADS hatte allerdings mehrfach erklärt, im Falle eines Kriegs im Irak müsse das Auslieferungsziel womöglich revidiert werden. Airbus hatte im vergangenen Jahr 95 % des operativen Gewinns des Konzerns erwirtschaftet und ist somit entscheidend für das Erreichen der Prognosen. Die EADS-Aktie, die am Montag ihr Debüt im neuen, auf 50 Mitglieder verkleinerten MDax hatte, ging am Abend mit einem Minus von 5,8 % auf 8,09 ? aus dem Handel. Der MDax selbst verlor drei Prozent.

Mehrere Fluggesellschaften hatten in den letzten Tagen angekündigt, vor dem Hintergrund des Krieges und dem Risiko damit verbundener Flugausfälle ihre Kapazitäten zu verringern. Solange der Waffengang aber von kurzer Dauer sei, seien dies nur vorübergehende Maßnahmen, sagte Hertrich hierzu. Die Airlines würden in diesem Fall umgehend wieder zu ihren ursprünglichen Plänen zurückkehren. Unter dem Strich war die EADS im Jahr 2002 wegen Firmenwertabschreibungen, Verlusten im Raumfahrtbereich und einem Gewinnrückgang bei Airbus mit 0,30 (plus 1,37) Mrd. ? in die roten Zahlen gerutscht. Unter anderem mit einer Sanierung der Raumfahrtsparte, wo über die bislang bekannten 1600 hinaus weitere 1700 Stellen wegfallen sollen, will der in den Niederlanden ansässige Konzern wieder in die schwarzen Zahlen kommen.

Mit Blick auf mögliche Anschläge von Extremisten auf das auch im Rüstungsgeschäft tätige Unternehmen sagte Hertrich: "Wir haben bereits nach dem 11. September an allen Standorten die Sicherheitsmaßnahmen verschärft." Dies habe sowohl Betriebsgelände und Einrichtungen als auch Personen umfasst. Größere Maßnahmen seien deshalb in den letzten Wochen nicht nötig gewesen.

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