Konzern in Verlustzone
Branchenkrise trifft Süddeutschen Verlag

Die Konjunkturschwäche und ein dramatischer Einbruch im Anzeigengeschäft haben auch den Süddeutschen Verlag getroffen.

dpa MÜNCHEN. Für das Geschäftsjahr 2001 meldet die Münchner Mediengruppe einen Umsatzrückgang um 7,5 Prozent auf 808 Millionen Euro. Zugleich rutschte der Konzern in die Verlustzone. Die Geschäftsführung sei aber zuversichtlich, mit den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im kommenden Jahr wieder einen Gewinn zu erzielen, hieß es.

Gegen den Branchentrend habe die SZ mit durchschnittlich 433.871 verkauften Exemplaren dennoch eine Rekordauflage erreicht. Auch im laufenden Jahr habe sich die Auflagenentwicklung positiv fortgesetzt, im zweiten Quartal erreichte die Zeitung eine durchschnittliche Auflage von 443 244 Exemplaren.

Die Mediengruppe weist einen Jahresfehlbetrag von 43,9 Millionen Euro aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank auf minus 10,4 Millionen Euro. Belastend hätten sich hier neben dem schwachen Anzeigengeschäft vor allem Verluste aus Internetaktivitäten, Restrukturierungskosten sowie Wertberichtigungen in der Fachinformationssparte ausgewirkt, erläuterte Finanzvorstand Bernd M. Baldzuhn.

Der Einbruch des Anzeigenaufkommens habe vor allem die SZ als Flaggschiff des Unternehmens getroffen. Neben Rückgängen bei Marken, Kapital- und Finanzanzeigen sei allein das Aufkommen der Stellenanzeigen um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Dies hätten auch die Auflagensteigerungen der Zeitung und die damit erzielten höheren Vertriebserlöse nicht ausgleichen können.

Als Reaktion hat der Verlag ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm gestartet. Ziel sei es, die Kosten um 10 bis 15 Prozent zu senken. Bereits in den vergangen Monaten seien im Unternehmen Einsparpotenziale ausgelotet und Ergebnis verbessernde Maßnahmen "im annähernd dreistelligen Millionenbereich" eingeleitet worden. Unter anderem sollen mehr als 10 Prozent der 5000 Stellen im Konzern gestrichen werden. Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr zu vermeiden, hieß es.

Das Jugendmagazin "Jetzt" und die Berlin-Seite der SZ waren bereits vor etwa drei Wochen eingestellt worden, zudem wurde der Umfang der Zeitung verkleinert. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des Süddeutschen Verlages, Hanns-Jörg Dürrmeier, räumte ein, dass "die Einschnitte im Personalbereich besonders schmerzlich und die Einstellung des Jugendmagazins und der Berlin-Seite aus verlegerischen Gründen schwer gefallen sind". Die Maßnahmen dienten jedoch dazu, das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%