Konzern investiert 10 Mrd. Dollar in neues Geschäftsfeld
IBM-Chef Palmisano setzt auf Miet-Software

Sam Palmisano, Vorstandschef von International Business Machines (IBM), will Kunden in Zukunft Computerleistung nach Bedarf liefern - "E-Business on Demand" heißt der neue Slogan beim Computerkonzern aus Armonk/New York. Am Mittwoch stellte Palmisano, der ein halbes Jahr im Amt ist, die neue Strategie vor, für die er 10 Mrd. $ an Investitionen bereit stellen will.

siri SAN FRANCISCO. Die Strategie markiert einen gewagten Sprung im IBM-Geschäftsmodell. Sie ist eine deutliche Weiterentwicklung der Strategie, sich auf Dienstleistungen und Komplettlösungen zu konzentrieren. Damit hatte Palmisanos Vorgänger Lou Gerstner IBM vor rund einer Dekade aus der Krise gesteuert. Palmisano wird 10 Mrd. $ für Forschung- und Entwicklung sowie für Akquisitionen und unternehmenseigene Initiativen bereit stellen - ein Zeichen dafür, wie ernst es Palmisano mit den neuen Zielen ist. "Das ist eine mutige Strategie - aber keine riskante Wette", sagte Palmisano.

IBM-Kunden sollen Rechnerkapazität und IT-Dienstleistungen künftig wie Elektrizität kaufen können. Große Computernetzwerke, die die Bedürfnisse der Kunden erkennen sollen, sind das Kernstück der neuen Vision. Dabei setzt IBM auf offene Standards wie das freie Betriebssystem Linux, die leicht mit anderen IT-Plattformen integriert werden können. Firmencomputer sollen zudem weniger anfällig für Bedrohungen von außen werden - beispielsweise durch Feuer oder Flutkatastrophen. Palmisano verspricht den Kunden geringere Kosten, weniger Komplexität und flexiblere Bezahlmöglichkeiten durch das neue Geschäftsmodell.

Als ersten Schritt will IBM vier On-Demand-Zentren in den USA, Japan und weiteren Regionen eröffnen, die die Bedürfnisse der Kunden nach den neuen maßgeschneiderten IT-Dienstleistungen erforschen sollen. Frank Gillett, Analyst beim Marktforscher Forrester Research, sieht allerdings große Konkurrenz für IBM: Die Angebote der Rivalen Sun Microsystems und HP unterschieden sich nicht sehr von den IBM Plänen, sagte Gillett. Zudem könnte es die Umsätze der Computerkonzerne schmälern, wenn Kunden nur kaufen, was sie brauchen.

Palmisano sagte unterdessen, eine leichte Besserung IT-Krise sei in Sicht. Er sehe Anzeichen dafür, dass der Abschwung den Boden erreicht habe. Die IBM-Aktie reagierte mit einem leichten Kursgewinn von 2,4 %.

Quelle: Handelsblatt

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