Konzern macht mehr Schulden
Milliardenschwere Investitionen belasten die Bahn

Der Schuldenberg bei der Deutschen Bahn wird wegen milliardenschwerer Investitionen in den kommenden Jahren deutlich steigen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte, stimmte der Aufsichtsrat einem Investitionsvolumen von insgesamt 45 Mrd. ? für den Zeitraum von 2002 bis 2006 zu.

afp BERLIN. Dies werde zunächst zu einem Anstieg der Verschuldung führen. Gegen Ende des Planungszeitraums werde diese aber wieder zurückgeführt. Konkrete Angaben darüber, um welche Summe sich die Schulden erhöhen, machte die Bahn nicht. Das Bundesverkehrsministerium wirft der Bahn nach Informationen der "Wirtschaftswoche" derweil unlauteres Finanzgebaren im Zusammenhang mit Rechnungen für Bauleistungen vor.

Von den gesamten Investitionsvolumen sollen nach Angaben der Bahn 28 Mrd. ? in die Erweiterung und Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur fließen. Weitere zehn Mrd. ? kommen der Verjüngung der Fahrzeugflotte zugute, drei Mrd. ? fließen in die Modernisierung der Personenbahnhöfe. Damit werde der seit der Bahnreform beschrittene Weg einer auf die Kunden ausgerichteten Investitions- und Modernisierungsoffensive konequent fortgesetzt, betonte der Konzern. In den vergangenen Jahren seien bereits 60 Mrd. ? investiert worden.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte Anfang der Woche unter Berufung auf den am Mittwoch von Bahnchef Hartmut Mehdorn dem Aufsichtsrat vorgelegten Finanzplan berichtet, dass der Schuldenberg der Bahn von heute 15 Mrd. DM auf 22 Mrd. DM steigen werde. Zwar werde bis 2005 mit höheren Erlösen und besseren Ergebnissen gerechnet. Zugleich werde aber die Schulden- und damit die Zinslast deutlich steigen. Die Bahn kommentierte diese Zahlen nicht.

Aufsichtsrat stimmt Umbau der Konzernstruktur zu

Das Unternehmen wandte sich aber entschieden gegen Vorwürfe, der Vorstand verschweige in seiner Planung Risiken bei Großprojekten. Die bisher festgestellten Risiken seien auf jeden Fall in der Finanzplanung bis 2006 berücksichtigt und soweit erforderlich durch Rückstellungen abgedeckt.

Das Bundesverkehrsministerium wirft der Bahn der "Wirtschaftswoche" zufolge in einem internen Vermerk vor, es sei ungesetzlich, dass die Bahn Rechnungen für Bauleistungen des laufenden Jahres vor der Fertigstellung anfordere. "Die DB Netz will ungerechtfertigte Vorauszahlungen für nicht erbrachte Leistungen, zumindest für die im Dezember vorgesehenen, vornehmen", heißt es den Angaben zufolge in dem Vermerk. Darin werde zudem angekündigt, das "Zahlungsgebaren" der Bahn zu kontrollieren und "ungerechtfertigt in Anspruch genommene Bundesmittel" zurückzufordern.

Der Aufsichtsrat stimmte auf seiner Sitzung auch einem Umbau der Konzernstruktur zu. So soll etwa der Unternehmensbereich Immobilien zum Januar 2002 aufgelöst werden. Die Entwicklung und Vermarktung hochwertiger Immobilen der Bahn übernehme zunächst eine so genannte Property Gesellschaft als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bahn. Der Konzern will sich nach eigenen Angaben auf den Personen- und Güterverkehr, die erforderliche Infrastruktur sowie die unmittelbar diese Geschäfte unterstützenden Aktivitäten konzentrieren.

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