Konzern rechnet mit leichtem Gewinnanstieg
Disney schlägt Analystenerwartungen um zwei Cents

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat vor allem wegen rückläufiger Werbeeinnahmen im abgelaufenen Quartal drei Prozent weniger verdient, aber trotzdem die Erwartungen der Analysten geringfügig übertroffen.

rtr BURBANK. Massive Kosteneinsparungen bei den US-Vergnügungsparks Disneyland und Disney World würden im Geschäftsjahr 2000/2001 jedoch zu einem prozentual einstelligen Gewinnanstieg führen, sagte Disney-Finanzchef Tom Staggs am späten Donnerstagabend im kalifornischen Burbank. Zudem werde der jüngst auch in die deutschen Kinos gekommene Film "Pearl Harbor" rund 100 Mill. Dollar Gewinn in die Disney-Kassen spülen. Auch der Werbemarkt beginne sich zu stabilisieren.

Neben den US-Vergnügungsparks und Euro Disneyland in Paris gehören der Disney-Gruppe die US-Fernsehsender ABC und ESPN TV sowie die Disney Filmstudios. Der Pro-Forma-Reingewinn des Konzerns betrug im Zeitraum von April bis Juni den Angaben zufolge 479 (Vorjahr 495) Mill. Dollar oder 23 (23) US-Cents pro Aktie. Analysten hatten dagegen nur einen Gewinn je Aktie von 21 US-Cents erwartet. Einschließlich der Kosten für die Schließung des Internet Portals Go.com und der Erträge aus dem Verkauf der Fairchild Publications wurde ein Reingewinn von 392 Mill. Dollar oder 19 US-Cents je Aktie erzielt. Der Umsatz habe wie im Vorjahreszeitraum sechs Mrd. Dollar betragen. "Der Werbemarkt zeigt Zeichen der Stabilisierung. Ob wir sogar bereits von einer Erholung sprechen können, ist allerdings noch nicht eindeutig", sagte Staggs weiter. Auch Disney-Chairman Michael Eisner zeigte sich optimistisch, dass bei einer baldigen Erholung der US-Wirtschaft die Werbeeinnahmen des Unternehmens und die Besuchszahlen der Vergnügunsparks wieder kräftig anstiegen. "Sollte die Konjunktur auf die Beine kommen, können wir neuerliches Wachstum erwarten", sagte er. Auch andere Medienunternehmen wie AOL Time Warner und Viacom hatten in vergangenen Wochen wegen rückläufiger Werbeeinnahmen schwächere Ergebnisse vorgelegt.

Vor allem die Kosteneinsparungen bei den Parks und jüngste Filmerfolge sind Analysten zufolge ein Hoffnungsschimmer für die weitere Geschäftsentwicklung von Disney. "Viele Investoren werden aufatmen. Das Ergebnis übertraf wegen der Einsparungen und der Kinofilme die Erwartungen der Analysten", sagte Jeff Logsdon von Gerard Klauer Mattison. Bisher hat der vor einigen Wochen in die deutschen Kinos gekommene Disney-Film "Pearl Harbor" weltweit rund 450 Mill. Dollar eingespielt. Er gilt als einer der teuersten und aufwendigsten Filme aller Zeiten.

Die Aktien von Walt Disney schlossen am Donnerstag an der Wall Street gegen den Markttrend um 0,45 % tiefer bei 26,55 Dollar. Im Frankfurter Handel zogen sie am Freitag aber wieder um mehr als 1,3 % an. Seit Ende Mai haben die Disney-Papiere im Trend mit den meisten anderen Medienwerten rund 23 % nachgegeben.

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