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Springer drückt bei Expansion im Ausland aufs Tempo

Wegen der schlechten Aussichten auf dem deutschen Werbemarkt setzt die Axel Springer AG auf das Ausland. Europas größter Printkonzern (Bild, Welt, Hörzu) will seine Expansion vor allem in Osteuropa vorantreiben. "Unser Engagement im Ausland, besonders in den Ländern Polen, Ungarn und Tschechien, werden wir mit Hochdruck verstärken", sagte Andreas Wiele, Vorstand für Zeitschriften und Internationales dem Handelsblatt.

BERLIN. Derzeit spielt das Auslandsgeschäft bei Springer nur eine Nebenrolle. Anders ist dies bei Konkurrenten wie Gruner+Jahr (G+J) oder dem Schweizer Ringier-Verlag. Die Ber- telsmann-Tochter G+J erzielt 62 % ihres Umsatzes außerhalb von Deutschland - bei Springer sind es in diesem Jahr nur 17 %.

"Das soll sich möglichst schnell ändern. Unser Ziel ist es, in fünf bis zehn Jahren einen Umsatzanteil von 30 % zu erreichen", kündigte Wiele an. Die stärksten Auslandsmärkte für Springer sind Polen, Ungarn und Frankreich mit einem Jahresumsatz von rund 100 Mill. Euro. In diesem Jahr startete Springer zwölf neue Titel, die Hälfte allein im Ausland.

Der Hintergrund des hohen Tempos bei der Expansion im Ausland sind die begrenzten Wachstumschancen in Deutschland. "Mit der Internationalisierung betreiben wir eine Risikostreuung und machen uns krisenfester. Um weniger stark von der Konjunktur in Deutschland abhängig sein, müssen wir unsere Auslandsaktivitäten ausbauen", sagte Wiele. Für nächstes Jahr kann er sich ein Investitionsvolumen von "30 bis 50 Mill. Euro" im Ausland vorstellen.

Mit der Entdeckung des Auslands ist Springer nicht alleine. Konkurrenten wie die Essener WAZ Gruppe, - G+J, Ringier (Blick, Cash), die Verlagsgruppe Heinrich Bauer oder der mittelständische Zeitungsverlag Passauer Neue Presse sind in Osteuropa stark engagiert. Der Ringier - Gruppe etwa hilft das Engagement in Osteuropa über die konjunkturelle Schwäche im Schweizer Heimatmarkt hinweg. "Mit unserer Boulevardzeitung in Tschechien verdiene ich mehr Geld als mit dem ,Blick? in der Schweiz", sagte Verlagschef Michael Ringier dem Handelsblatt.

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