Konzern will Entwicklungszyklen entzerren
VW bringt Passat später als erwartet

Der Volkswagen-Konzern wird eines seiner wichtigsten Modelle, den neuen Passat, nach Informationen aus Unternehmenskreisen wahrscheinlich erst im Herbst 2004 auf den Markt bringen und damit später als von vielen Analysten erwartet. Experten waren aber von einem Start bereits in der ersten Jahreshälfte 2004 ausgegangen. "Wir haben nie einen Zeitpunkt für den Start des neuen Passat genannt. Wir können nur sagen, wir sind voll in unserem Zeitplan", sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage.

hz WOLFSBURG. Eine spätere Einführung des neben dem VW-Golf umsatzträchtigsten Modells würde es Europas größtem Autokonzern ermöglichen, die derzeitige Überlappung in den Produktzyklen von wichtigen Fahrzeugen zu entzerren, glaubt Christian Schindler, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte diese Schwäche der Wolfsburger bereits selbst moniert. Er hatte eingeräumt, es sei ungünstig, wenn wichtige Umsatzträger des Konzerns ähnliche Lebenszyklen hätten. Dadurch entstünden in dem Unternehmen Spitzenbelastungen bei Entwicklern und bei allen Abteilungen, die mit der Markteinführung neuer Modelle beschäftigt sind. Das treibt die Kosten in die Höhe und verhindert eine Verstetigung der Geschäftsentwicklung.

Der Autoexperte der WestLB-Panmure, Arndt Ellinghorst, glaubt, dass der Passat sogar erst 2005 auf den Markt kommen könnte und der Wolfsburger Konzern deswegen im nächsten Jahr etwa 130 000 Autos weniger verkaufen wird als er angenommen hat. VW würden deshalb gegenüber seiner bisherigen Prognose rund 2,2 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2004 verloren gehen, schreibt Ellinghorst. Die WestLB war bislang davon ausgegangen, dass der Volkswagen-Konzern den Umsatz von geschätzten 86,9 Mrd. Euro im Jahr 2002 bis 2004 auf 97,75 Mrd. Euro steigern wird. Trotz der Korrektur glaubt Ellinghorst, dass der VW-Konzern im Jahr 2004 einer der wachstumstärksten Automobilfirmen sein wird. Dafür wird auch der Golf V sorgen, der im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommt.

Quelle: Handelsblatt

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