Konzern will etwa 50 000 Arbeitsplätze streichen
Telekom-Stellenabbau stößt auf heftige Kritik

Die Pläne seien völlig überzogen und der falsche Weg zu einer besseren wirtschaftlichen Lage, sagte der Betriebsrat. Die Gewerkschaft Verdi will im Aufsichtsrat "scharfen Widerstand" leisten, wenn Ende Oktober über die Pläne beraten werde.

slo DÜSSELDORF. Die Telekom will im In- und Ausland etwa 50 000 Stellen bis 2005 streichen, das hatte Personalvorstand Heinz Klinkhammer am Dienstag angekündigt. Gleichzeitig drückt der Konzern aufs Tempo, um den Arbeitsplatzabbau zu beschleunigen. Die Telekom muss Kosten drücken, um so ihren Schulberg von 64 Mrd. Euro zu senken.

Aus dem Umfeld des Konzerns verlautete, dass in den nächsten Jahren möglicherweise sogar deutlich mehr Arbeitsplätze wegfallen könnten. Offiziell heißt es dazu: Ein Stellenabbau von 55 000 sei das Szenario für den schlimmsten Fall.

Betriebsrat und Gewerkschaft befürchten zudem in einigen Jahren Entlassungen in den Kernbereichen Konzernverwaltung und Festnetzsparte T-Com. Bis Frühjahr 2005 sind die Beschäftigten noch davor geschützt. Eine ähnliche Regelung will Verdi jetzt auch für die Telekom-Mitarbeiter in den anderen Sparten, darunter Mobilfunk T-Mobile und IT-Dienstleistungen T-Systems, durchsetzen, teilte die Gewerkschaft gestern mit.

Zurzeit verhandeln die Parteien über den noch für dieses Jahr geplanten Abbau von 7 200 Jobs im Festnetzgeschäft. Nach Gewerkschaftsangaben gibt es bisher nur eine Einigung darüber, rund 5000 Stellen zu streichen.

Analysten begrüßten gestern die Pläne, Stellen schneller abzubauen als bisher bekannt. Nach einem Minus am Vormittag stieg der Kurs der T-Aktie leicht auf 8,91 Euro an.

Zunächst rechnet die Telekom mit einer verhältnismäßig geringen Ersparnis auf Grund des Personalaubbaus: etwas mehr als 400 Mill. Euro jährlich. Analysten erwarten aber, dass die Telekom in den nächsten Jahr ihre Personalkosten um bis zu 1 Mrd. Euro senken kann, wenn sie ihre Pläne verwirklicht.

Quelle: Handelsblatt

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