Konzern will Gewinn verdreifachen
Thyssen-Krupp erwartet keine Verluste bei Stahl

Der Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Konzern will den Gewinn in spätestens zwei Jahren verdreifachen. Im Geschäftsjahr 2003/04 (30.9.) solle das operative Ergebnis auf 1,5 Mrd. Euro steigen.

kv ESSEN. Das sagte Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender der Obergesellschaft Thyssen-Krupp AG auf der Hauptversammlung in Essen. Er bekräftigte, dass der in den Bereichen Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen tätige Konzern im laufenden Jahr mit einem Ergebnis vor Steuern ohne Sondereinflüsse von wieder rund 500 Mill. Euro rechnet.

In der überwiegend sachlich verlaufenen Diskussion äußerten Aktionärssprecher Zweifel, ob das ehrgeizige mittelfristige Ziel nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal (Handelsblatt vom 27.2.) erreichbar sei. Immerhin sei der Konzern mit einem Ergebnis von 28 (414) Mill. Euro nur knapp am Verlust vorbeigekommen, sagte Hansgeorg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

Schulz gestand zu, dass die Ziele - dazu gehören auch eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf über 4 Mrd. Euro (Vj: 3,3) - "ambitioniert" seien. Man wolle sie mit Hilfe von drei Maßnahmen erreichen. Zum einen sollen die "Kernaktivitäten" in den drei Geschäftsfeldern "mit sorgfältig ausgewählten Investitionen und Akquisitionen" weltweit ausgebaut werden. Zudem will der Konzern die Produktivität um jährlich 2 % bis 3 % steigern. Ferner soll ein neues Konzernprogramm mit mehreren hundert Verbesserungsprojekten zur Stärkung der Ertragskraft führen. Hieran anknüpfend setzten sich die Anteilseigner recht kritisch mit der Portfoliostrategie des 1999 durch Fusion der Konzerne Thyssen und Krupp entstandenen Unternehmen auseinander. Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hielt dem Management vor, es konzentriere sich auf margenschwache und wachstumsarme Segmente. Er vermisse eine klare Strategie. 2001 hätten sich die meisten Bereiche als "Wertevernichter" erwiesen.

Ähnlich deutliche Worte fand auch Henning Gebhardt, Portfoliomanager der DWS Investment GmbH: "Bis auf die Aufzüge hat es im vergangenen Jahr kein Unternehmensbereich geschafft, seine Kapitalkosten zu decken." Die DWS ist die größte deutsche Publikumsfondsgesellschaft, die nach Gebhardts Worten 95 Mrd. Euro betreut. Eine Portfoliooptimierung sei dringend geboten, mahnte Gebhardt an. Denn derzeit erscheine für Thyssen-Krupp am besten der Begriff Gemischtwarenladen geeignet. Die Thyssen-Krupp-Aktie sei in den letzten Jahren "keine gute Wahl" unter den Dax-Werten gewesen. Seit der Fusion habe sie 9 % verloren, während der Dax um 5 % zugelegt habe. Die meisten Analysten empfehlen weiterhin "Halten".

Insgesamt meldeten sich von den rund 5500 in die Essener Gruga-Halle gekommenen Aktionären etwa zwei Dutzend zu Wort. Bei einer Präsenz von 59,9 % billigten die Anteilseigner nach rund siebenstündiger Debatte alle Vorschläge der Verwaltung mit mehr als 99 % der Stimmen.

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