Konzern will Konsumflaute mit strategischem Umbau trotzen
Karstadt-Quelle schreibt weiter rote Zahlen

Mit neuen Allianzen in Kernsparten und dem Ausbau der Bereiche Mode und Sport will Karstadt-Quelle der Konsumflaute trotzen und Ertragskraft zurück gewinnen.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Wir wollen mit starken Partnern die Rentabilität unseres Geschäftes erheblich steigern", kündigte Vorstandschef der Karstadt-Quelle AG (Essen), Wolfgang Urban, am Montag in Düsseldorf an. Der Handels- und Dienstleistungskonzern verhandle in verschiedenen Bereichen über Kooperationen, sagte er weiter.

Unterdessen drückt die anhaltende Konsumflaute in Deutschland auf die Geschäfte. Vor allem Verluste im stationären Einzelhandel und in der Touristik belasten derzeit die Bilanz. Vor Steuern erhöhte sich bis Ende September 2002 der Fehlbetrag von 99 Millionen auf 293 Millionen Euro. Belastet werden die Erträge im laufenden Geschäft ferner durch außerordentliche Aufwendungen (Abfindungen, Altersteilzeit) in Höhe von 94 Millionen Euro.

Für 2002 rechnet der Vorstand mit einem Umsatzminus von 3 Prozent. In den ersten neun Monaten war der Konzernumsatz um 2 Prozent auf 11 Milliarden Euro gefallen. Die Geschäftsbelebung im 3. Quartal habe sich im Oktober fortgesetzt, sagte Urban. Karstadt-Quelle sehe deshalb dem Weihnachtsgeschäft mit vorsichtigem Optimismus entgegen. 2003 werde ein weiteres schwieriges Jahr werden, prophezeite der Vorstandschef. Nach seiner Einschätzung wird das real verfügbare Einkommen der Verbraucher sinken und die Konsumneigung tendenziell stagnieren.

An Land gezogen hat sich Karstadt-Quelle indes Vermarktungsrechte für ein sportliches Großereignis: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland unterzeichneten die Essener und der Weltfußballverband FIFA ein Lizenzabkommen. Inhalt ist unter anderem der exklusive Verkauf von Fanartikeln und Textilien unter der Verwendung von WM- Logo, Maskottchen und WM-Trophäe. Geplant seien deutschlandweit mehr als 300 Verkaufsstellen unter anderem in Karstadt-Häusern, Karstadt- Sport-Filialen und Karstadt Sport- Fachmärkten. Urban bezifferte das Marktvolumen auf insgesamt 1 Milliarde Euro.

Als wichtigstes Ziel für die künftige Entwicklung des Unternehmens nannte Urban die Wiederherstellung der Rentabilität der großen Warenhäuser im stationären Geschäft. So sollen 100 von 180 Häuser optimiert und neu ausgerichtet werden. Hierzu gehört unter anderem die Schaffung von 20 Einkaufszentren, deren Kern die Warenhäuser bilden. Für die übrigen 80 Karstadt-Warenhäuser soll ein renditestarkes Geschäftsmodell entwickelt werden.

Im Versandgeschäft plant das Unternehmen den Ausbau des Universalversands, eine Ausweitung des Auslandsanteils am Umsatz auf 30 Prozent und die Verdoppelung der Online-Nachfrage. Noch stärker werde sich Karstadt-Quelle künftig in der Immobiliensparte durch Partnerschaft neu positionieren.

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