Konzern wirbt für Sammelvergleich
Einzelklagen gegen Sulzer Medica aufgeschoben

Im Entschädigungsprozess wegen fehlerhafter Hüft- und Kniegelenke in den USA hat das Schweizer Medizintechnikunternehmen Sulzer Medica mindestens einen Aufschub erzielt.

Reuters CINCINATTI/WINTERTHUR. Wie das US-Bundesberufungsgericht in Cincinnati am Donnerstagabend mitteilte, stimmten die Einzelkläger John Drummer und Robert Spellmann einem Vergleich mit Medica über eine nicht genannte Summe zu. Zudem hätten sich Medica und die Klägeranwälte darauf geeinigt, dass bis zum 1. Februar 2002 keine Einzelklagen vor Gericht gebracht und bestehende Klagen nicht vorangetrieben würden. Medica-Konzernchef Stephan Rietiker gegrüsste am Freitag die Entscheidung.

Medica möchte den Fall der fehlerhaften Implantate mit einem Sammelvergleich abschliessen. Entschädigungen im Gesamtwert von 783 Mill. $ sollen gleichwertig an alle Betroffenen verteilt werden. Einzelheiten dieses von Medica mit einem Teil der Kläger ausgehandelten Vorschlages sollen nun laut der Entscheidung des Gerichts in Cincinatti von einem unabhängigen Mediator auf ihre Angemessenheit geprüft werden.

Medica gewinnt durch den Gerichtsentscheid Zeit, für den Sammelvergleich zu werben. Die Einigung bedeute einen grossen Schritt nach vorn, zitierte Medica ihren Konzernchef in einer Mitteilung.

Eine nächste Entscheidung dürfte nun am 12. Februar 2002 fallen. Eine Richterin in Cleveland wird dann über die Zulassung des Vergleiches abschliessend entscheiden. Die Entscheidung der Richterin wird auch davon abhängen, wie viele Kläger bis dahin ihre Teilnahme an dem Vergleich erklärt haben.

Falls der Vergleich nicht zustande kommen sollte, würde Medica für seine US-Geschäfte Gläubigerschutz beantragen und müsste unter Umständen seine amerikanischen Betriebe schliessen.

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