Konzern wird vierte Kraft am deutschen Strommarkt
VEAG geht an Hamburger Electricitätswerke

Mit dem Verkauf des ostdeutschen Stromerzeugers VEAG an die Hamburger Electricitätswerke (HEW) ist ein vierter Stromriese auf dem deutschen Energiemarkt entstanden. Kommentar: Die vierte Kraft entsteht

ap BERLIN. Mit dem Verkauf des ostdeutschen Stromerzeugers VEAG an die Hamburger Electricitätswerke (HEW) ist ein vierter Stromriese auf dem deutschen Energiemarkt entstanden. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller begrüßte am Mittwoch in Berlin die Entscheidung. Es sei ein guter Tag für die Sicherung der Arbeitsplätze in der ostdeutschen Braunkohleindustrie und der VEAG, sagte der Politiker.

Mit dem VEAG-Verkauf wird der deutsche Markt künftig von den Stromkonzernen E.ON, RWE/VEW und EnBW/Electricite de France beherrscht. RWE und E.ON haben sich nach langen Verhandlungen darauf geeinigt, ihre VEAG-Anteile an die HEW und deren künftigen Hauptaktionär, den schwedischen Stromkonzern Vattenfall, zu verkaufen. Beide Firmen mussten sich von ihren Anteilen wegen kartellrechtlicher Entflechtungsvorschriften bis zum Mittwoch trennen. HEW/Vattenfall hat bereits zugesagt, die Braunkohleverstromung von 50 Terrawattstunden pro Jahr zu garantieren.

Vierte Kraft auf dem deutschen Energiemarkt

Der Berliner Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen erklärte zu dem Verkauf, damit werde der Weg frei für eine vierte Kraft auf dem deutschen Energiemarkt. Auch der ÖTV-Vorsitzende Frank Bsirske sieht in der Bildung eines vierten Stromkonzerns auf dem deutschen Energiemarkt einen "Schritt in die richtige Richtung." Mit HEW und ihrem Mehrheitsaktionär Vattenfall habe sich ein Eigner gefunden, der neben den wirtschaftlichen Voraussetzungen auch eine soziale Verantwortung und positive Mitbestimungskultur mitbringe. Bsirske forderte die um die Berliner Stromgesellschaft BEWAG streitenden Unternehmen E.ON, Southern Energy und HEW/Vattenfall auf, den Weg freizumachen, um auch die BEWAG in das neue Stromunternehmen zu integrieren.

Auch Müller betonte, die Streitigkeiten der Anteilseigner bei der BEWAG müssten so schnell wie möglich beigelegt werden. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Volker Jung, begrüßte den VEAG-Verkauf und nannte die Integration von VEAG, Bewag und HEW eine unternehmerisch interessante Lösung.

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