Konzernchef hofft auf Käufer
Moulinex-Brandt geht in Insolvenz

Die Auflösung des Unternehmens werde "derzeit nicht ins Auge gefasst", sagte Firmenchef Puy. Das Schicksal von Moulinex liege in der Hand des Handelsgerichts.

dpa-afx/vwd PARIS. Der französische Haushaltsgeräte Moulinex Brandt SA-Hersteller hat am Freitag ein Insolvenzverfahren beantragt. Firmenchef Patrick Puy sagte in Paris, die Auflösung des Unternehmens werde "derzeit nicht ins Auge gefasst". Das Schicksal von Moulinex liege in der Hand des Handelsgerichts von Nanterre.

"Es gibt zahlreiche Möglichkeiten einer teilweisen oder völligen Übernahme" des Konzerns durch zahlungskräftige Investoren, sagte Puy. "Moulinex und Brandt sind Zwillinge, die Interesse wecken." Er sei deswegen nicht beunruhigt.

Restrukturierung scheiterte an 100 Mill. Euro

Die Restrukturierung von Moulinex-Brandt ist an einem Betrag von 100 Mill. Euro gescheitert. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat sich der italienische Anteilseigner El-Fi geweigert, diesen Betrag bereitzustellen. El-Fi, ein italienisches Familienunternehmen, hält seit dem vergangenen Jahr einen Anteil von 74,3 % an dem französischen Hersteller von kleineren Haushaltsgeräten. Bereits zum Zeitpunkt der Übernahme war die finanzielle Lage von Moulinex auf Grund von Überkapazitäten im Markt und des daraus resultierenden starken Wettbewerbsdrucks nicht stabil.

El-Fi fusionierte Moulinex nach deren Übernahme mit ihrer Sparte für größere Haushaltsgeräte, Brandt. Analysten hatten diesen Schritt kritisiert, weil die Geschäftsfelder der beiden Unternehmen zu unterschiedlich seien. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der neu zusammengesetzte Konzern einen Nettoverlust von 130 Mill. Euro. Die im Verlauf des Jahres 2001 weitere Verschlechterung der Geschäftslage machte dann die Entwicklung eines Restrukturierungsplans notwendig. Dieser sah 4 000 Entlassungen und die Schließung von sechs Fabrikationsstätten vor.

Zur Umsetzung dieses Planes und zur Abdeckung von weiteren sich abzeichnenden Verlusten wurde ein kurzfristiger Finanzierungsbedarf von insgesamt 350 Mill. Euro errechnet. Den Betrag von 250 Mill. Euro hätte Moulinex-Brandt durch bereits bestehende oder neue Darlehen aufbringen können. Der Anteilseigner El-Fi hätte demzufolge den Restbetrag von 100 Mill. Euro aufbringen müssen. Am Freitag im Verlauf der Aufsichtsratssitzung allerdings erklärte der italienische Investor, er werde diese Summe nicht mehr zur Verfügung stellen, weshalb Moulinex-Brandt sich gezwungen sah, einen Insolvenzantrag zu stellen.

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