Konzernchef lehnt Konjunkturprogramme ab
Allianz: Gute Chancen für Terror-Pool

Angesichts der permanenten Gefahr neuer Terroranschläge lässt die Bundesregierung nun offenbar mehr Bereitschaft erkennen, sich künftig an der Versicherung von Terror-Risiken zu beteiligen.

ali/cbu DÜSSELDORF. "Es gibt von der deutschen Bundesregierung jetzt ermutigendere Zeichen als am Anfang der Debatte", sagte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle dem Handelsblatt. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder sei eingeschaltet.

Seit den Terroranschlägen weigern sich die Versicherer, ihre Kunden gegen Terror-Risiken zu versichern. Eine Arbeitsgruppe des Bundesverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) arbeitet derzeit an einem Vorschlag, wie künftig die Versicherungswirtschaft gemeinsam mit dem Staat der Industrie Versicherungsschutz gegen Terror geben kann. Dabei denkt auch Schulte-Noelle an eine Pool-Lösung: Bis zu einer bestimmten Summe tragen die Versicherer Schäden aus Terrorattacken. Für die darüber hinausgehenden Schäden übernimmt der Staat die Deckung.

Gleichzeitig sprach sich der Allianz-Chef gegen zusätzliche Ausgabenprogramme der Berliner Regierung aus. "Ich habe nie etwas von aufgesetzten Konjunkturprogrammen gehalten. Das führt in aller Regel zu kurzfristigen Vorzieheffekten, nicht zu nachhaltiger Besserung", meinte er und stützt damit den Kurs der Berliner Koalition. US-Präsident George W.Bush hatte sofort nach den Terroranschlägen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt. Auch Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer hatte zusätzliche Konjunktur-Programme gefordert. Schulte-Noelle bevorzugt jedoch ein Vorziehen der zweiten Stufe der Steuerreform. Das sei schon aus psychologischen Gründen hilfreich.

Sollte die Militäraktion in Afghanistan nicht eskalieren und keine weiteren Terror-Attacken die Welt erschüttern rechnet der Allianz-Chef bereits im im zweiten Halbjahr 2002 mit einem wirtschaftlichen Aufschwung.

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