Konzernchef Louis Gerstner erwartet, dass IBM die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr erfüllt
IBM trotzt der Konjunkturflaute

Zahlen des weltweit führenden Computer- und Softwarekonzerns IBM hellen die zuletzt düstere Stimmung in der High-Tech-Branche auf. Analysten erwarten einen Gewinn von 4,87 Dollar je Aktie für das Jahr 2001 - und rechnen damit, dass IBM seine Prognosen einhalten kann.

NEW YORK. Die IBM Corp. war einer der wenigen Technologiekonzerne, der in dieser Saison keine Gewinnwarnung herausgegeben hat. Jetzt erfüllte der Konzern die Erwartungen der Analysten für den Gewinn und übertraf zudem die Prognosen für den Umsatz. IBM profitierte vor allem von seinem breiten Serviceangebot.

"Unser Wachstum wird nicht bestimmt von Personalcomputern oder Großrechnern; wir sind ein Dienstleistungsunternehmen", kommentierte Finanzchef John Joyce. Die Serviceverträge seien meist langfristige Abkommen mit Unternehmen über die Auslagerung bestimmter Bereiche wie etwa dem IT-Management. Hier stiegen die Umsätze um gut 12 %, das Dienstleistungsgeschäft bringt IBM zwei Fünftel seines Umsatzes. Konkurrenten wie Dell Computer oder Hewlett-Packard (HP) versuchen, diesen Geschäftsbereich auszubauen. HP hatte am Mittwoch eine Gewinnwarnung veröffentlicht und die Entlassung von 3 000 Mitarbeitern angekündigt.

IBM-Chef Louis Gerstner sagte mit Blick auf die Konkurrenz, andere Unternehmen seien abgelenkt worden durch die übertriebenen Erwartungen für das Internet. IBM hatte diesen Zug weitgehend verpasst. Genau das hatten Analysten in den vergangenen zwei Jahren wiederholt kritisiert. Jetzt zeige sich jedoch, dass die vor fünf Jahren eingeschlagene Strategie richtig sei, sagte Gerstner weiter. "In Zeiten wie diesen treten unsere Stärken als diversifiziertes und Service-orientiertes Unternehmen hervor."

Vor 18 Monaten hatte IBM aufgehört, PC im Einzelhandel zu verkaufen. Der Rückgang in diesem Geschäft traf auch Konkurrenten wie HP und Compaq.

Ebenfalls von seiner Stärke außerhalb des Heimatmarktes USA profitierte IBM. In Europa stieg der Umsatz um 3 % auf 5,6 Mrd. $. Finanzchef Joyce rechnet nicht damit, dass sich die Konjunktur in Europa abschwächt. "Mit Ausnahme von Deutschland, wo der Telekom-Sektor ein großes Problem darstellt, sehen wir keinen Rückgang in der Nachfrage nach Anwendungen für das Internet-Geschäft", sagte er.

Insgesamt stieg der Umsatz im ersten Quartal 2001 um 8,8 % auf 21,04 Mrd. $. Der Nettogewinn kletterte um 15 % auf 1,75 Mrd. $ oder 98 Cents je Aktie. Das erste Quartal des vergangenen Jahres fiel allerdings mit einem Gewinn von 1,52 Mrd. $ oder 83 Cents je Aktie relativ schwach aus. Die Aktie legte gestern im frühen Handel um 7 % zu.

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