Konzernchef Manfred Schneider im Interview: Bayer erwartet 2002 Milliardengewinn

Konzernchef Manfred Schneider im Interview
Bayer erwartet 2002 Milliardengewinn

Bayer-Chef Manfred Schneider erwartet, dass der Gewinn des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns in diesem Jahr über einer Milliarde Euro liegt.

Reuters NEW YORK. "Ich würde sicherlich sehr, sehr enttäuscht sein, wenn wir im Jahr 2002 nicht die Eine-Milliarde-Netto-Grenze überschreiten würden", sagte Schneider am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in New York. Für das abgelaufene Geschäftsjahr erwartet Bayer früheren Angaben zufolge einen Gewinn in Höhe des Neun-Monats-Ergebnisses von 823 Millionen Euro.

Zum Zeitplan für eine Partnerschaft im Pharmageschäft sagte Schneider: "Wenn wir im Laufe des nächsten Jahres mal konkreter in Überlegungen über eine Partnerschaft eintreten können, dann fände ich das zeitlich schon einen Erfolg." Allerdings seien auch Kooperationen in Teilgebieten wie Marketing-, Forschungs- oder Entwicklungskooperationen möglich, die viel schneller zu realisieren seien. Bis zum Gang an die New Yorker Wall Street am Donnerstag werde Bayer jedoch keinen Partner mehr für sein Pharmageschäft präsentieren, sagte Finanzvorstand Werner Wenning. "Ich sehe bis Donnerstag keine Kooperationen."

"Ich bräuchte halt einen kleinen Pfizer - das wäre ein Partner", sagte Schneider. Da Bayer bei einer Kooperation auf jeden Fall eine Mehrheitsbeteiligung wolle, kämen nur Pharmafirmen in Frage, die kleiner seien als das Pharmageschäft von Bayer, also von Rang 17 auf dem Weltmarkt abwärts. "Da gibt es eine Reihe interessanter Möglichkeiten, und die werden wir abarbeiten", sagte Schneider. Es gebe bereits Gespräche, die zeigten, dass eine derartige Kooperation nicht unrealistisch sei.

Am liebsten wäre Schneider eigenen Worten zufolge ein Partner in den USA als dem wichtigstem Pharmamarkt der Welt, auf dem sich die größten Margen erzielen ließen. Er könne sich aber auch einen Partner in Japan als dem zweitwichtigsten Pharmamarkt vorstellen.

Schneider, der im April die Führung des Konzerns an Wenning abgibt, erwartet weiterhin frühestens für das vierte Quartal 2002 positive Konjunktursignale. "Dieses Jahr wird sicher auch noch mal ein schwieriges Jahr werden." Allerdings gebe es auch positive Momente wie niedrige Rohstoffpreise, das niedrige Zinsniveau und leere Lager. Auch belaste in diesem Jahr nicht mehr das Blutermedikament Kogenate das Ergebnis, und die Einmalbelastung durch den aus dem Verkehr gezogenen Cholesterinsenker Lipobay/Baycol falle weg.

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