Konzernchef Milberg traf noch keine Vorentscheidung - Entscheidung wird Mitte nächsten Jahres fallen.
Deutsche Standorte mit guten Chancen für neues BMW-Werk

Die Suche konzerntriert sich auf Europa. Vor allem aus Osteuropa, aber auch aus den neuen Bundesländern, Nordrhein-Westfalen und dem Stammland Bayern sind Anfragen eingegangen.

ap MÜNCHEN. Im Rennen um den Standort eines neuen BMW-Werkes haben die deutschen Bewerber nach wie vor gute Chancen. Der Chef des Münchner Autokonzerns, Joachim Milberg, erklärte am Dienstagabend in München, dass noch keine Vorentscheidungen gefallen sei. Vorstandsmitglied Norbert Reithofer nannte es falsch, "einen deutschen Standort grundsätzlich auszuschließen". Die endgültige Entscheidung wird laut Milberg Mitte nächsten Jahres fallen. Im Jahr 2004 sollten dann die ersten BMW-Fahrzeuge im neuen Werk produziert werden.

Ein Expertengremium prüfe weltweit alle Standorte, die die Grundvoraussetzungen erfüllten. Die Suche konzerntriere sich jedoch auf Europa, erklärte ein Sprecher. In den nächsten Monaten werde aus den über 50 seriösen Bewerbungen aus dem In- und Ausland eine engere Wahl getroffen. Vor allem aus Osteuropa, aber auch aus den neuen Bundesländern, Nordrhein-Westfalen und dem Stammland Bayern seien Anfragen eingegangen. Milberg bestätigte, dass der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber das oberfränkische Hof bevorzuge.

Der Vorstandschef machte jedoch deutlich, dass kein Standort einen Vorzug genieße. "Wir sind in der frühen Phase des Vergleiches", erklärte Milberg. Neben einer ausreichenden Grundstücksgröße von mehr als zwei Quadratkilometern sei wichtig, ob es gute Verkehrsanbindungen und qualifiziertes Personal gebe, die politischen Rahmenbedingungen stabil seien und wie die Attraktivität des lokalen Marktes eingeschätzt werde.

Ein neues Werk sei aufgrund der weiterhin hohen Absatzzahlen, aber auch wegen der geplanten Einführung des "kleinen BMW" dringend notwendig. Für das gesamte Jahr rechnet Milberg mit einem Absatz von rund 800 000 Fahrzeugen. Bei der Kapazität "sind wir am Anschlag", sagte der Konzernchef.

Bisher ist laut Reithofer noch nicht entschieden, "welche Modelle in dem neuen Werk gebaut werden". Mit rund 600 Fahrzeugen am Tag und mehreren Tausend Mitarbeitern werde es wohl eine mittlere Größe haben. Dies sei jedoch von der weiteren Nachfrage abhängig. Regensburg war laut Werksleiter Erhard Frank zunächst auch auf 450 Einheiten ausgerichtet worden, und mittlerweile sei man bei über 850 Fahrzeugen angekommen. Zur Investitionshöhe wollte sich Reithofer nicht äußern, das vergleichbare Werk im amerikanischen Spartanburg habe zunächst 600 Mill. US-Dollar (rund 1,2 Mrd. DM) gekostet.



Oxford soll im ersten Jahr rund 100 000 Minis produzieren



Wie Reithofer erklärte, wird das BMW-Werk in Oxford im nächsten Jahr mit der Produktion des neuen Minis beginnen. Der alte Mini der früheren Konzerntochter Rover werde ab Herbst nicht mehr produziert. Der BMW-Produktionsvorstand nannte es "sinnvoll", den Mini in England zu produzieren, "sonst nimmt man ihm einen Teil seiner Identität". Vorgestellt werde das neue Modell im September auf dem Pariser Automobilsalon.

Zunächst sollten jährlich rund 100 000 Fahrzeuge in Oxford hergestellt werden. Das Werk "muss aber auch flexibel sein, andere BMW-Fahrzeuge produzieren zu können", sagte Reithofer. Für den neuen "kleinen BMW" stehe noch kein Name fest. Er werde im Gegensatz zum Mini und ähnlich wie die anderen BMW-Modelle einen Heckantrieb haben, erklärte der Produktionsvorstand.

Trotz der hohen Nachfrage nach BMW-Fahrzeugen möchte das Unternehmen nach seinen Worten die Durchlaufzeiten deutlich verringern, von bisher rund 30 auf zehn Tage. Der Kunde solle ab nächsten Jahr dann seinen BMW zu einem Wunschtermin bekommen.



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