Konzernchefs sprechen von "drohendem Wahnsinn" und "Sandkastenspielen"
Nur Mobilcom und e-plus zufrieden mit UMTS-Ergebnis

afp MAINZ/PARIS. Nach dem Ende der milliardenschweren UMTS-Auktion haben sich unter den deutschen Anbietern nur Mobilvom und e-plus offen zufrieden gezeigt. "Wer eine Lizenz hat, ist der Gewinner", sagte Mobilcom-Chef Gerhard Schmid am Donnerstagabend in Mainz. Auch mit dem Preis könne "jeder zufrieden sein". Der Technik-Vorstand von e-plus, Horst Lennertz, sagte, er sei "äußerst zufrieden". Die Auktion sei "hervorragend gelaufen". T-Mobil und Viag Interkom zeigten sich dagegen verärgert. Mannesmann-Mobilfunk-Manager Jürgen von Kuczkowski sagte, die hohen Preise der Lizenzen zwängen die Firmen, "die Dienste schnell zu attraktiven Preisen anzubieten". "Wir brauchen den Massenmarkt", fügte Kuczkowski hinzu.

Der Chef von Viag Interkom, Maximilian Ardelt, gestand ein, er sei "verärgert". Die Lizenzen seien "ein bisschen teuer". Schmid sagte mit Seitenhieb auf die Branchenführer Mannesmann und T-Mobil: "Es hätte ein bisschen weniger sein können, wenn die Großen die Muskelspiele im Sandkasten nicht gemacht hätten." Der Chef von France Télécom, Michel Bon, erklärte in Paris, für sein Unternehmen bedeute die Lizenz "einen wichtigen Schritt nach vorn auf dem deutschen Markt". Mannesmann Mobilfunk verteidigte die Strategie, bis zum Schluss auf eine "große" Lizenz aus drei Frequenzpaketen geboten zu haben. Die Konkurrenten hätten eine "andere Ausgangsbasis" als T-Mobil und Mannesmann, sagte D2-Chef Kuczkowski. Die Höhe der Gebote sei aber an einem "Schnittpunkt" angelangt gewesen.

T-Mobil besorgt über "die Eskalation"

T-Mobil-Chef René Obermann sagte, sein Unternehmen habe sich in dem Bieterrennen "als erstes entschieden, dem drohenden Wahnsinn ein Ende zu setzen". Dies sei "notwendig und vernünftig" gewesen. Sein Unternehmen sei zwar "deutlich im Rahmen dessen geblieben, was wir uns als Obergranze gesetzt haben". Er sei aber "enttäuscht über so viel Geld" und "besorgt über die Eskalation" bei der Versteigerung. "Wir möchten unseren Ärger nicht verhehlen", betonte der Chef der Telekom-Tochter. "Wir hätten uns das Ganze billiger vorstellen können." Die Telekom werde "den Markt sehr aktiv gestalten und konsequent".

Eine Vertreterin des Konsortiums 3G aus Telefónica und Sonera sagte, die beiden Neulinge auf dem deutschen Markt seien "für alle Partner offen". Unter Branchenbeobachtern galt vor allem eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Service-Provider debitel als wahrscheniliche Variante. Debitel war bei der UMTS-Auktion ausgestiegen, als die Gebote über zehn Milliarden Mark je Lizenz geklettert waren.

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