Konzerne drosseln die Halbleiter-Fertigung
Verband erwartet Erholung des Chipmarktes erst 2004

Die Aussichten für den weltweiten Chipmarkt bleiben schlecht. Wegen der schwächeren Nachfrage wird der Absatz von Maschinen für die Fertigung von Halbleitern im laufenden Jahr um etwa ein Drittel zurückgehen.

jojo/ruk/rtr PALO ALTO. Erst im Jahr 2004 soll der Branchenumsatz den des Rekordjahres 2000 überholen. Diese Prognose gab der US-Verband Semi (Semiconductor Equipment and Materials) während der Fachmesse Semicon West in San Francisco bekannt.

Nach Angaben von Semi wird der Branchenumsatz im laufenden Jahr um 35 % auf 31 Mrd. $ einbrechen. Im vergangenen Jahr verbuchten die Ausrüster der Chipindustrie mit einer Umsatzsteigerung von 87 % auf 47,7 Mrd. $ ein Rekordjahr. Doch derzeit, so Verbandschef Stanley T. Myers, würden die Chiphersteller keine neuen Maschinen bestellen. Als Grund dafür wird vor allem gesehen, dass wegen der eingebrochenen Konjunktur in den USA und am Weltmarkt die Hersteller von Halbleitern das Problem hoher Lagerbestände zu verkraften hätten.

Kein Licht am Ende des Tunnels

Angesichts dieser Entwicklung warnte der Primus unter den Chipmaschinenbauern, Applied Materials, vor weiteren Umsatzeinbußen. Der im kalifornischen Santa Clara ansässige Marktführer sieht, so Finanzchef Joseph R. Bronson, derzeit kein Licht am Ende des Tunnels. Zu einer noch im letzten Quartal gegebenen Vorhersage, dass bereits im Oktober des laufenden Jahres eine Verbesserung eintreten würde, wollte das Unternehmen keine Stellungnahme abgeben.

Die Aktie von Applied Materials fiel am Montag um 9,5 % auf 41,95 $. Eine entsprechende Entwicklung mussten auch die Papiere der Branchenkonkurrenten hinnehmen. So schloss Novellus am Montag mit 46,37 $ (minus 3,61 $) und KLA-Tencor mit 46,66 $ (minus 4,04 $).

Pessimismus unter den Chipherstellern

Überwiegend Pessimismus herrscht auch unter den Chipherstellern. Angesichts der weltweit gesunkenen Nachfrage haben zahlreiche Hersteller ihre Produktion gedrosselt. Fujitsu kündigte an, während der Sommermonate die Fertigung von Flash Memory Chips für Mobiltelefone zu senken. Die Preise für diese Chips waren zuvor deutlich gesunken. Zuvor hatten bereits die japanischen Chiphersteller Toshiba, Hitachi und NEC mitgeteilt, eine Drosselung der Produktion in den Sommermonaten zu planen. Dagegen hält Fujitsu an den Plänen fest, im September eine neue Produktionsanlage für Flash-Memory-Chips in Betrieb zu nehmen.

Auch beim deutschen Chipproduzenten Infineon laufen in diesen Tagen nicht alle Maschinen auf Hochtouren. "Wir sind nicht überall auf 100 %", drückte sich gestern ein Sprecher zurückhaltend aus. Ganze Werke würden deshalb aber nicht in die Sommerferien geschickt. Infineon hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, keine neuen Arbeitsplätze zu schaffen und durch Fluktuation frei werdende Stellen nicht zu besetzen.

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