Konzerne stoßen ihre Seiten ab
Sport-Portale in der Krise

Die Sport-Portale im Internet gehen schweren Zeiten entgegen. Auf der britischen Insel macht nicht nur Sportal.com eine Krise durch, einige andere Anbieter stehen schon zum Verkauf.

HB DÜSSELDORF. Nach Informationen des Magazins "The Standard" will der Disney-Konzern seine Internetseite soccernet.com verkaufen. Aber auch große britische Konzerne wollen ihre Websites veräußern. Ernst & Young bieten zur Zeit clubcall.com und sportinglife.com, das den Unternehmen Press Association (PA) und Trinity Mirror gehört, an. Football365.com der 365 Corporation steht ebenfalls auf der Verkaufsliste, der französische Ableger wurde schon an ein französisches Start-Up abgestoßen. Was Brancheninsider überrascht ist die Tatsache, dass jetzt auch große Medienkonzerne ihre Seiten abstoßen wollen.

Bei Disney ist die momentane Konzern-Strategie auf Kostensparen eingestellt. Insgesamt sollen 4 000 Stellen gestrichen werden, davon alleine 500 im Internetbereich. Im Januar hatte der Medienkonzern Go.com geschlossen und 400 Mitarbeiter entlassen. Mittlerweile läuft dieser Verlustbringer aber wieder als automatisierte Website. Im Vergleich zu vielen Mitbewerbern galt soccernet.com als sehr aussichtsreich, weil ein Großkonzern dahinter steht. Und die Belegschaft war mit etwa zwölf Mitarbeitern wesentlich kleiner als bei den meisten Konkurrenten. Nach Untersuchungen des Marktforschers Jupiter MMXI war soccernet.com im Februar zum ersten Mal unter den ersten drei der britischen Sport-Seiten.

Aber bei Disney will nach der neuesten Kurskorrektur niemand mehr in die verlustreiche Internet-Branche investieren. Die Pläne eines paneuropäischen Sportportales werden wieder auf Eis gelegt. Dabei hatte das US-Unternehmen die letzten Anteile an der sechs Jahre alten Firma erst im vergangenen Sommer von Associated Newspapers, dem Verlag der Daily Mail, gekauft. Noch ist keine Bank mit dem Verkauf beauftragt, aber es laufen schon Gespräche mit anderen Anbietern wegen einer Übernahme. Als Kaufpreis ist eine Summe von etwa 31,5 Mill. DM im Gespräch. Ein ähnlicher Preis wird auch für Sportinglife.com gefordert, einen Monat zuvor hatten die Medien noch über eine doppelt so hohe Summe berichtet.

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