Konzernergebnis gesteigert
Bilfinger Berger macht Dampf

Die Konzentration auf das Auslandsgeschäft und die Spezialisierung auf Ingenieurprojekte zahlt sich für Deutschlands zweitgrößten Baukonzern Bilfinger Berger weiter aus.

Reuters MANNHEIM. Trotz der Flaute auf den deutschen Baustellen wies Bilfinger Berger in den ersten neun Monaten des Jahres mit 26 (2001: 33) Millionen Euro auch ohne Sondereffekte ein deutlich positives Ergebnis aus, wie der Konzern am Montag in Mannheim mitteilte. Für das Gesamtjahr geht Vorstandschef Herbert Bodner weiter von einem Anstieg des Konzernergebnisses auf 60 (52) Millionen Euro aus. 2003 wolle Bilfinger Berger die Fünf-Milliarden-Schwelle in der Gesamtleistung überschreiten und das Ergebnis steigern. Der Kurs der im MDax notierten Aktie bröckelte im Handelsverlauf um 1,2 Prozent auf 17,00 Euro ab.

"Die Baukonjunktur in Deutschland ist deutlich rückläufig", sagte Bodner in einer Telefonkonferenz. Neue Gesetzesvorschläge der Bundesregierung zögen zusätzliche negative Folgen für die Branche nach sich. Deshalb werde der Anteil des Inlandsgeschäfts bei Bilfinger Berger, der derzeit bei rund einem Drittel liegt, weiter zurückgehen, warnte er.

Die Gesamtleistung lag in den ersten drei Quartalen mit 3,40 Milliarden Euro zwei Prozent über Vorjahr, der Auftragseingang mit 3,98 Milliarden Euro gar neun Prozent darüber. In das letzte Quartal geht Bilfinger Berger mit einem Auftragsbestand von 5,44 Milliarden Euro, der damit ein Fünftel höher liegt als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs sei vor allem auf Ingenieurbau-Projekte im Ausland zurückzuführen, die dem Inlandsgeschäft zugerechnet würden, hieß es. Diese machten mittlerweile 25 Prozent der neuen Aufträge in der Inlandssparte aus, sagte Bodner. Diese schrieb bei einer sechs Prozent geringeren Gesamtleistung fünf (sieben) Millionen Euro Verlust, während die Auslands-Bausparte 31 (28) Millionen Euro Gewinn erzielte.

Teilweise zurückziehen will sich Bilfinger Berger aus der in die roten Zahlen gerutschten Projektentwicklung, die künftig mit halbierter Mannschaft arbeiten soll. Der Auftragseinbruch in der Projektentwicklung sei durch Geschäfte mit Betreibermodellen im Ausland und einen Auftrags-Boom in der Umwelttechnik wettgemacht worden.

Verstärkt setzt Bilfinger Berger auf Dienstleistungen rund um das Bau- und Industriegeschäft. Für diese Sparte waren jüngst die Holzmann-Tochter HSG und die Münchener Rheinhold & Mahla zugekauft worden, die von September an in die Bilanz einbezogen wurden. Mit Hilfe des Service-Bereichs wolle der Konzern die Gesamtleistung 2002 auf 4,9 von 4,6 Milliarden Euro ausbauen. Ohne die Zukäufe würde der Umsatz stagnieren. Im kommenden Jahr soll die dann voll konsolidierte Sparte rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) von 40 Millionen Euro beisteuern und die Gesamtleistung auf deutlich über fünf Milliarden Euro treiben.

Das Konzernergebnis sei nur durch gesunkene Zinseinnahmen geschmälert worden, sagte Bodner. Zu dem operativen Ergebnis kommt ein Sonderertrag von 161 Millionen Euro aus dem Verkauf eines Anteils an der Dresdner Bank an die Allianz. Über die Verwendung des einmaligen Geldsegens wolle Bilfinger Berger erst zum Jahresende entscheiden, bekräftigte der Vorstandschef.

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