Konzernergebnis um 15 Prozent gestiegen: Bilfinger Berger trotzt Baukrise mit mehr Gewinn

Konzernergebnis um 15 Prozent gestiegen
Bilfinger Berger trotzt Baukrise mit mehr Gewinn

Der Baukonzern Bilfinger Berger hat trotz der Krise in der deutschen Bauwirtschaft sein Konzernergebnis 2002 deutlich gesteigert und sieht auch für das laufende Jahr Wachstum bei Gewinn und Umsatz.

Reuters FRANKFURT. Bilfinger Berger kündigte am Donnerstag zugleich Maßnahmen zur Restrukturierung der risikobehafteten Projektentwicklung sowie den möglichen Ausstieg aus dem Baustoffgeschäft an. Dafür sollen auch Sondererträge aus einem Aktienverkauf eingesetzt werden. Daraus soll auch ein Dividendenbonus gezahlt werden.

Ungeachtet der ungebrochen schwachen Situation des Baumarktes im Inland sieht Bilfinger Berger im laufenden Jahr eine weitere Zunahme der Geschäfte, die in erster Linie aus dem Servicebereich erzielt werden soll. Ansonsten setzt das Mannheimer Unternehmen weiter stark auf die Auslandsmärkte. Der Kurs der im Nebenwerteindex MDax notierten Bilfinger-Aktie stieg am Vormittag um über zwei Prozent auf 18,19 Euro.

Das Konzernergebnis aus laufendem Geschäft sei 2002 nach vorläufigen Zahlen um 15 Prozent auf rund 60 Millionen Euro geklettert, teilte Bilfinger Berger mit. Grundlage für den Anstieg sei eine Verdoppelung des operativen Ergebnisses (Ebita). Dazu beigetragen hätten auch die im vergangenen Jahr erworbenen Dienstleistungsgesellschaften.

Die Leistung wuchs den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 4,91 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse sowie Firmenzu- und-verkäufe habe der Umsatz allerdings um drei Prozent abgenommen. Auftragseingang und-bestand hätten mit jeweils rund 5,2 Milliarden Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Für das laufende Geschäftsjahr gehe Bilfinger Berger von einer erneuten Zunahme der Leistung auf etwa 5,2 Milliarden Euro aus, hieß es. Auch werde eine weitere Ergebnissteigerung angestrebt.

Umsatztreiber war bei Bilfinger den Angaben nach im vergangenen Jahr vor allem das stark ausgeweitete Dienstleistungsgeschäft. Im reinen Baugeschäft setze der Konzern im Inland drei Prozent weniger um, während sich die Leistung außerhalb Deutschland ohne Berücksichtigung von Wechselkursschwankungen etwa auf Vorjahresniveau bewegte. Inklusive der starken Zunahme des Euro-Kurses sank die Auslandsleistung um fünf Prozent.

Aus dem Verkauf von Aktien der Dresdner Bank sei Anfang 2002 ein bilanzieller Sonderertrag von 161 Millionen Euro erzielt worden, teilte Bilfinger weiter mit. Dieser solle unter anderem zur Bilanzvorsorge, zur Stärkung der Rücklagen sowie für die Ausschüttung eines Dividendenbonus' verwendet werden.

Bilfinger will durch die Abwertung von Immobilien die Kapitalbindung in der so genannten Projektentwicklung - in deren Rahmen Projekte auf eigenes Risiko gebaut und später weiterveräußert werden - reduzieren. Immobilienprojektgeschäfte gelten als äußerst risikobehaftet und hatten den ehemals größten deutschen Baukonzern Philipp Holzmann in die Pleite getrieben. Grund waren zu hohe Erwartungen an die künftige Entwicklung von Mieteinnahmen insbesondere in Ostdeutschland.

Bilfinger Berger teilte zugleich mit, sich aus dem Bereich Baustoffe zurückziehen zu wollen. Dabei gehe es insbesondere um Kiesgruben und Steinbrüche. Die Sparte leide unter der nachhaltigen Schwäche des ostdeutschen Baumarktes und dem daraus resultierenden Preisdruck, hieß es.

Bilfinger Berger als Nummer Zwei unter den deutschen Baukonzernen hatte sich zu Beginn dieses Jahres eine neue Struktur mit den Geschäftsfeldern Ingenieurbau, Hoch- und Industriebau, Entwickeln und Betreiben (BOT), Dienstleistungen sowie Umwelt gegeben. Das Unternehmen erzielt etwa 60 Prozent seiner Geschäfte im Ausland.

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