Konzerngewinn fast verdoppelt
Agfa-Gevaert erwartet weniger Umsatz

Trotz eines voraussichtlich geringeren Umsatzes im zweiten Halbjahr will der belgische Fototechnik- und Graphik-Spezialist Agfa-Gevaert im zweiten Halbjahr beim Gewinn weiter deutlich zulegen.

Reuters BRÜSSEL. Bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres hatte Agfa den Konzerngewinn fast verdoppelt. Analysten nahmen die vorgelegten Ergebnisse positiv auf. Agfa-Aktien verteuerten sich in einem freundlichen Brüsseler Gesamtmarkt um gut vier Prozent auf 17,70 Euro.

Der laufende Restrukturierungsplan werde auch in der kommenden Zeit weitere Einsparungen ergeben, teilte die im belgischen Mortsel ansässige Agfa am Donnerstag mit. "Das operative Ergebnis vor Restrukturierungsaufwand für das zweite Halbjahr dürfte daher das des ersten Halbjahres um mindestens zehn Prozent übertreffen", hieß es. Der Nettogewinn solle sogar um die Hälfte höher liegen.

Beim Jahresumsatz erwartet Agfa jedoch zum Vorjahr einen vier-prozentigen Rückgang. Ein Faktor sei dabei die jüngste Dollarschwäche und die fehlenden Anzeichen für eine nachhaltige Konjunkturerholung. Im kommenden Jahr will der Konzern seine Umsatzrendite auf zwölf Prozent von derzeit 10,1 Prozent steigern. Nachdem eine bis 2003 geplante Reduzierung der Vorräte und Forderungen um 500 Millionen Euro bereits Ende Juni erfüllt worden sei, sollten diese in einem weiteren Schritt bis 2005 um weitere 250 Millionen Euro gesenkt werden. Für diese Prognosen müssten aber Weltkonjunktur und Devisenkurse stabil bleiben.

"Zur Abwechslung gute Nachrichten"

Von Januar bis Juni verdoppelte der durch sein Fotomaterial bekannte Konzern den Nettogewinn nahezu auf 59 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 3,8 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sonderposten stieg um 50,9 Prozent auf 240 Millionen Euro. Das Ergebnis des zweiten Quartals habe zudem die Werte für die ersten drei Monate übertroffen, hieß es weiter.

Neben seinen Filmen für Fotografen produziert Agfa auch Filme für Röntgengeräte in der Medizin und Industrie sowie Computersysteme für die professionelle Bildverarbeitung. Für Anleger könnte sich mit dem gewachsenen Unternehmenserfolg der Blick wieder stärker auf die Agfa-Aktien richten. "Zur Abwechslung ist es diesmal eine gute Mitteilung", sagte Analyst Dirk Saelens von KBC Securities über die Gewinnsteigerung bei Agfa. Investoren hatten sich in der vergangenen Zeit mit dem Kauf von Agfa-Aktien zurückgehalten, da der Konzern sich tiefgreifend umstrukturiert und dabei mehrmals seine Ergebnisprognosen gesenkt hatte.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hatte im Mai seine verbliebenen 30 Prozent an Agfa an die Investmentbank Goldman Sachs abgegeben. Goldman plante früheren Angaben zufolge die 42 Millionen Aktien der früheren Bayer-Tochter an Finanzinvestoren zu verkaufen. Bayer brachte Agfa 1999 an die Börse. Die belgische Finanzholding Gevaert hält 25 Prozent an Agfa, der Rest ist im Streubesitz.

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