Konzernschwester DeTeMedien greift zu
T-Online gibt seinen Auskunftsdienst ab

Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online trennt sich von seinem Auskunftsdienst T-Info und gibt die hundertprozentige Tochter an die Konzernschwester DeTeMedien für rund 86 Mill. ? ab.

Reuters DARMSTADT. Der Verkauf, der zum 1. April wirksam werde, erbringe einen Buchgewinn von rund 24 Mill. ?, teilte T-Online am Mittwoch in Darmstadt mit. T-Info bietet im Internet einen Auskunftsdienst, über den unter anderem Telefonnummern kostenlos abgerufen werden können. DeTeMedien gehört wie T-Online zum Konzern Deutsche Telekom und gibt zusammen mit mehreren mittelständischen Verlagen Telefonverzeichnisse heraus.

Das Internet-Portal T-Info war im März 2001 an den Start gegangen und sollte gemeinsam mit mehreren Telefonbuch-Partnern der Konzernschwester DeTeMedien betrieben werden. Das Bundeskartellamt genehmigte die geplante Beteiligung der Verlage wenige Wochen später ohne Auflagen. Über die Aufteilung der Gesellschaftsanteile wollten T-Online und die Verlage Verhandlungen führen, deren Ergebnis jedoch bislang nicht bekannt gegeben wurden.

T-Info ist unter der Internet-Adresse "www.t-info.de" erreichbar und enthält unter anderem rund 40 Mill. Telefon-und Fax-Einträge. Mehrere Auskunftsdienste wie etwa Telegate hatten in der Vergangenheit die kostenlose Abfrage von Telefonnummern im Internet kritisiert, da sie für die Abfrage der Daten Entgelte an die Telekom zahlen müssen.

Die Telekom erwägt seit Monaten, die 100-prozentige Tochter DeTeMedien zu veräußern, um damit die Konzernverschuldung von zuletzt 56,3 Mrd. ? weiter zu senken. Nach Unternehmensangaben ist jedoch noch keine endgültige Entscheidung über eine Trennung von der in Deutschland als Marktführerin agierenden Frankfurter Tochter getroffen worden.

Der britische Branchenverzeichnis-Anbieter Yell hatte Mitte Februar mitgeteilt, er habe kein Interesse mehr an einer Übernahme von DeTeMedien. Zuvor hatte mehrere der mit DeTeMedien kooperierenden Telefonbuch-Verlage Branchenangaben zufolge ihr Interesse geäußert, die Telekom-Tochter selbst zu übernehmen, um das eigene Geschäft abzusichern. In verhandlungsnahen Kreisen war der Unternehmenswert von DeTeMedien auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt worden.

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