Konzernumsatz gesunken
Südzucker rüstet sich für EU-Erweiterung

Der Einstieg bei Saint Louis Sucre (SLS) hat sich für den europäischen Marktführer Südzucker im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 in einem höheren Ergebnis niedergeschlagen. Mit der Expansion nach Osteuropa sieht sich der Mannheimer Konzern für die Erweiterung der EU gerüstet.

Reuters MANNHEIM. Mit einem operativen Gewinn von 520 Mill. ? - zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor - traf das Unternehmen in dem Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr fast punktgenau die eigenen Prognosen. Der Konzernumsatz sank wie erwartet nach dem Verkauf des Nürnberger Eiskrem-Herstellers Schöller um gut acht Prozent auf 4,38 Mrd. ?. Der französische Zuckerkonzern SLS erwies sich aber als profitabler.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2003/04 zeigte sich Vorstandschef Theo Spettmann am Mittwoch in Mannheim zuversichtlich: "Wir sind gut in das Jahr gestartet." Finanzchef Christoph Kirsch sagte, der Überschuss nach Steuern werde trotz eines etwas schwächeren operativen Ergebnisses weiter steigen. Im vergangenen Jahr war der Jahresüberschuss auf 315 von 281 Mill. ? gewachsen. Die Dividende soll auf 0,50 von 0,47 ? je Aktie steigen.

Der Konzernumsatz werde sich durch den Ausbau des Geschäfts in Polen und internes Wachstum in der Spezialitäten-Sparte auf 4,6 Mrd. ? erhöhen, sagte Spettmann mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr. Bereits binnen weniger Wochen stünden weitere, aber eher kleinere "Abrundungen" des Geschäfts an. In Chile denkt Südzucker intensiv über den Bau einer Zuckerfabrik nach.

Große Erwartungen geweckt

Mit dem im April nach langwierigen Verhandlungen vollzogenen Kauf des schlesischen Zuckerkonzerns Slaska Spolka Cukrowa (SSC) mit 14 Fabriken durch SLS habe sich Südzucker auf den Beitritt Polens zur EU 2004 vorbereitet. Mit 20 Fabriken sei der Konzern auf dem drittgrößten Zuckermarkt in Europa die Nummer zwei. "Wir erwarten uns daraus einen großen Ergebnisschub", sagte Kirsch. Zunächst müssten aber die Überkapazitäten abgebaut werden, was dort 2003/04 zu Verlusten und im Konzern zu einem niedrigeren operativen Gewinn führen werde.

Nach dem Beitritt gilt auch in Polen die Zuckermarktordnung der Europäischen Union, die vorerst bis 2006 mit festen Quoten und Mindestpreisen für stabile Erträge für Rübenbauern und Zucker-Verarbeiter sorgt. Südzucker darf danach als größter Anbieter in der EU maximal 3,1 Mill. Tonnen Zucker absetzen, der Rest muss außerhalb der Wirtschaftsunion zum niedrigeren Weltmarktpreis verkauft werden. "Wir haben gute Aussichten, dass die Marktordnung auch nach 2006 verlängert wird", sagte Kirsch. Das System funktioniere und sei kostenneutral.

Nach einer Rekordernte erzeugte Südzucker 2001/02 4,7 (4,0) Mill. Tonnen Zucker, 4,5 Mill. Tonnen wurden verkauft. Nach dem langen Winter, der teilweise eine zweite Aussaat nötig machte, sei 2003 wieder eine normale Ernte zu erwarten, sagte der Vorstandschef.

Ein Viertel seines Umsatzes macht Südzucker mittlerweile aber mit Spezialitäten - von Tiefkühlpizzen ("Freiberger") über Grundstoffe für zuckerfreien Kaugummi bis zu Backmischungen. Der Umsatz in dem Bereich habe erstmals die Milliarden-Euro-Schwelle überschritten, die Umsatzrendite sei mit zwölf Prozent höher als beim Zucker, sagte Kirsch. Ein möglicher Börsengang der Sparte Functional Food ("Orafti") liege aber noch in der Ferne.

Durch den Wegfall von Sonderaufwendungen rechnet Südzucker für 2003/2004 mit einem erneut steigenden Jahresüberschuss. Im vergangenen Jahr hatten Restrukturierungsaufwendungen über 33 Mill. ? und Firmenwertabschreibungen von 72 Mill. ? das Ergebnis gedrückt. Die Steuerquote werde allerdings wieder steigen.

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