Konzernweit Betriebsverlust
Deutscher Ausgleichsbank gelingt ausgeglichenes Ergebnis

Die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) hat im abgelaufenen Jahr trotz Verluste im Aktiengeschäft und hoher Abschreibungen bei Beteiligungen auf Grund der Auflösung von Reserven ein ausgeglichenes Ergebnis verbucht. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte die Bank ein positives Ergebnis, sagte DtA-Vorstandssprecher Peter Fleischer am Dienstag in Berlin.

rtr BERLIN. Konzernweit seien stille Reserven von etwa 117 Mill. ? aufgelöst worden, sagte er weiter. Vor allem dadurch sei ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt worden. Der Verlust der Tochter Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft (tbg) von rund 149 Mill. ? habe die Konzernmutter übernommen. Bei der tbg, die Technologie-Firmen mitfinanziert, habe es Wertberichtigungen und eine Risikovorsorge von insgesamt 127 Mill. ? gegeben. Die Deutsche Ausgleichsbank ist eine bundeseigene Förderbank, die sich auf die Existenzgründungen und die Unterstützung des Mittelstandes spezialisiert hat. Fleischer sagte, die Ausgleichsbank habe sich bis zum vergangenen Frühjahr stark in Aktien engagiert. Wegen der Schwäche der Aktienmärkte in den ersten vier Monaten 2001 habe die Bank beim Verkauf von Aktien einen Verlust von 80 bis 90 Mill. ? verzeichnet. Mittlerweile sei das Asset Management jedoch neu ausgerichtet worden, hieß es weiter. Als eine mehrerer Konsequenzen habe man die Aktienquote in der Anlagestruktur auf 15 von zuletzt 30 % gesenkt.

Konzernweit bezifferte Fleischer den Betriebsverlust 2001 auf rund 200 Mill. ?. Dieser hatte im Jahr davor noch bei einem Plus von 52 Mill. ? gelegen. Auch der Jahresüberschuss betrug im Jahr 2000 nach DtA-Angaben 52 Mill. ?. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres liegt die DtA Fleischer zufolge allerdings über Plan und wird für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis erreichen.

Im Sommer hatte das Bundeskabinett beschlossen, die beiden Förderbanken des Bundes, die DtA und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), zusammenzulegen. Wegen Kompetenzstreitigkeiten der Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen ist dieses bisher aber noch nicht umgesetzt worden. Fleischer sagte, er gehe nicht davon aus, dass es noch vor der Bundestagswahl am 22. September eine Entscheidung zur künftigen Struktur der beiden staatlichen Banken gebe. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die SPD plane eine Offensive für den Mittelstand und wolle dafür die DtA in Gründer- und Mittelstandsbank umbenennen und ihr mehr Kompetenzen geben. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Rainer Wend sagte dem Blatt, Hausbanken von mittelständischen Unternehmen, die meist die Förderprogramme der DtA vermittelten, sollten dafür höhere Margen erhalten. Auch Fleischer sprach sich dafür aus, die Margen, die derzeit rund ein Prozent entsprächen, um etwa einen halben Prozentpunkt zu erhöhen. Dies sei vor allem wichtig vor dem Hintergrund der geplanten neuen Eigenkapitalregeln von Banken (Basel II). Durch die neuen Regeln, die voraussichtlich 2006 in Kraft treten, sollen Banken bei der Eigenkapitalunterlegung von Krediten künftig stärker die Bonität des Schuldners berücksichtigten. Vor allem der Mittelstand befürchtet dadurch teuere Kredite.

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