Kooperation bei Blutpräparaten – Ausstiegsoption für Aventis
Bayer sichert sich Mehrheit am Joint Venture mit Aventis

Die Pharmakonzerne Bayer und Aventis führen ihre Geschäfte mit biologisch hergestellten Medikamenten in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen, das von der Bayer AG geführt wird.

bef DÜSSELDORF. Eine Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen mit und bestätigten damit seit Wochen andauernde Marktgerüchte.

Das Joint Venture wird nach Zahlen aus dem letzten Jahr einen Umsatz von knapp über 2 Mrd. Euro haben. Bayer werde die "eindeutige Mehrheit der Anteile" haben. Finanzielle Details gaben die Konzerne nicht bekannt. Analyst Andreas Heine von der Hypovereinsbank geht nicht davon aus, dass zwischen den Unternehmen Geld für einen möglichen Ausgleich fließen wird.

Bayer hat sich eine Option zum Kauf der Aventis-Anteile an dem Gemeinschaftsprojekt gesichert. Bei dem Straßburger Konzern kündigte sich damit praktisch der Ausstieg aus Blutplasma-Geschäft an. Aventis will sich weiter konzentrieren - besonders auf verschreibungspflichtige Medikamente. Dort sind nach Einschätzung der Investmentbank UBS Warburg die Renditen höher als im Blutplasmageschäft.

Bayer hat die erste der angestrebten Partnerschaften in der Gesundheitssparte fast unter Dach und Fach. In dem Joint Venture werden Aventis Behring sowie der Bayer-Geschäftsbereich Biologische Produkte zusammengepackt. Es wird seinen Sitz in den USA haben und zunächst gemeinsam von Behring- Chef Ruedi Waeger und Bayer-Manager Gunnar Riemann geführt.

Mit einem Anteil von 31 % wäre das Joint Venture Weltmarktführer vor dem US-Konzern Baxter und dem japanischen Konkurrenten Welfide. Wertvollstes Produkt wird nach Einschätzung von UBS Warburg das gentechnisch hergestellte Bayer-Blutermedikament Kogenate sein, bei dem der Konzern im vorigen Jahr große Produktionsprobleme hatte. Kogenate soll laut Bayer 2002 wieder 400 Mill Euro Umsatz erzielen. Beim Verkauf von Kogenate kooperieren Aventis und Bayer bereits seit längerem.

Das Gemeinschaftsunternehmen von zielt vor allem auf Kostenersparnis und Ergänzung von Technologien, denn die biologische Herstellung von Medikamenten gilt als kapitalintensiv. Analyst Martin Rödiger von der DZ-Bank rechnet damit, dass Bayer und Aventis bis zu 170 Mill. Euro jährlich einsparen können. Er rechnet nicht mit großen kartellrechtlichen Problemen beim Zusammengehen der Sparten.

Bayer sichert sich damit auch die wichtige Belieferung mit Blutserum, aus dem Arzneimittel gewonnen werden. Behring verfügt über eigene Spenderzentralen, da das Unternehmen auf die Entwicklung humaner Blutplasma-Mittel spezialisiert ist. Bayer muss den Rohstoff bislang extern beziehen und ist von Zulieferern und Preisschwankungen abhängig.

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