Kooperation mit neuem Hauptaktionär möglich
Morphosys beendet Rechtsstreit

Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys hat einen jahrelangen Rechtsstreit um die Nutzung seiner Schlüsseltechnologie HuCal mit einem Vergleich beendet. Analysten begrüßten die Einigung, die Aktien des Unternehmens stiegen am Neuen Markt um über 30 Prozent. Der Gegner in dem Patentstreit, die britische CAT, erhält nach der Vereinbarung Millionenzahlungen und wird größter Morphosys-Aktionär."

Reuters MÜNCHEN. Das ist ein Ereignis von enormer Bedeutung für uns, und wir sind sehr glücklich", sagte Morphosys-Chef Simon Moroney am Montag in einer Telefonkonferenz. Bei dem Streit, der im Herbst 1998 noch vor dem Gang des Unternehmens an den Neuen Markt begonnen hatte, ging es um die Nutzung der Antikörper-Bibliothek HuCal, die im Geschäftsmodell der Firma aus Martinsried bei München eine Schlüsselrolle spielt.

Keine Angst vor weiteren Klagen



Cambridge Antibody Technology (CAT) hatte in mehreren Klagen die Rechte an der HuCal-Datensammlung beansprucht, die zur Entdeckung neuer Medikamente verwendet wird. Dank des Vergleichs könne Morphosys die Technologie nun ohne Angst vor weiteren Klagen nutzen, sagte Moroney: "Damit wird eine Wolke der Unsicherheit entfernt."

Neben der Kapitalbeteiligung werde CAT über fünf Jahre jeweils 1 Mill. Euro jährlich erhalten, teilte Morphosys mit. Dazu würden erfolgsabhängige Zahlungen und Tantiemen fällig, zu deren Höhe Moroney aus Wetttbewerbsgründen nichts sagen wollte. Alternativ dazu könne sich Morphosys auch durch eine Einmalzahlung von seinen Verpflichtungen freikaufen.

Kooperation mit neuem Hauptaktionär möglich

Finanzchef Dave Lemus sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Morphosys werde die für CAT bestimmten Aktien im ersten Halbjahr 2003 aus genehmigtem Kapital begeben. Die Altaktionäre hätten dabei kein Bezugsrecht. Die Aktien unterlägen einer zeitlich begrenzten Veräußerungssperre. Lemus schloss nicht aus, dass Morphosys mit seinem dann größten Einzelaktionär CAT Kooperationen eingehen werde.

Zur Strategie von Morphosys gehörte es in der Vergangenheit, ihre Partnerfirmen bei Forschungsprojekten am eigenen Kapital zu beteiligen. So hält der wichtigste Partner Schering rund zehn Prozent an Morphosys. Die Partnersuche ist allerdings zuletzt wegen des schwachen Aktienkurses ins Stocken geraten.

Vorstandschef Moroney sagte, die Firmen hätten hart gearbeitet, um einen Vergleich zu finden, von dem beide Seiten profitierten. Morphosys habe allein in diesem Jahr bisher über sechs Millionen Euro für den Rechtstreit ausgegeben, und ähnliche Summen wären ohne einen Vergleich auch in den kommenden Jahren möglich gewesen. Die Kapitalbeteiligung beende zudem die feindselige Haltung der beiden Firmen.

Analysten begrüßten die Einigung. Sabine Eberhardt vom Bankhaus Merck Finck sagte, damit sei eine Last von dem Unternehmen genommen. Zwar habe sich Morphosys zu Zahlungen verpflichtet, doch müsse man diesen die Kosten eines weiteren Rechtsstreits gegenüber stellen. Die im Auswahlindex Nemax50 notierten Morphosys-Aktien stiegen nach der Einigung um mehr als 30 Prozent auf 6,25 Euro. CAT legten in London drei Prozent auf 497 Pence zu.

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